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Mittwoch
02.04.2025

TV / Radio

Hart umkämpft: Fussball-Rechte gehören zur wichtigsten Handelsware auf dem TV-Markt... (Bild: PD Sky)

Hart umkämpft: Fussball-Rechte gehören zur wichtigsten Handelsware auf dem TV-Markt... (Bild: PD Sky)

Im Kampf um Zuschauerinnen und Zuschauer ist der Live-Sport eines der wichtigsten (und letzten) Verkaufsargumente beim traditionellen Fernsehen. Doch ausgerechnet hier pfeift das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) SRF nun zurück.

Die Meldung stammt von einer Medienmitteilung des Bakom, das sich die Sportübertragungen von SRF auf dem «Infokanal» genauer angeschaut und auf deren Relevanz bezüglich nationaler Bedeutung (sprich: Vereinbarkeit mit dem Service public) und dem Einhalten der Konzessions-Auflagen geprüft hat. 

Darin heisst es: «Die Konzession erlaubt der SRG originäre Ausstrahlungen auf dem Wiederholungskanal SRF info unter bestimmten Voraussetzungen. Im Verfahren kommt das Bakom zum Schluss, dass von 100 originären Ausstrahlungen – meist Live-Sport Events – von Juni bis August 2024 zwei das Erfordernis eines ‚Ereignisses von nationaler Bedeutung‘ nicht erfüllt haben». 

Konkret heisst das: Auf SRF Info zeigte das Schweizer Fernsehen im Sommer 2024 die Fussballspiele Bodø Glimt gegen Roter Stern Belgrad sowie Schottland gegen Finnland. Diese hätten aber nicht auf diesem Kanal übertragen werden dürfen – weil sie nicht von nationaler Bedeutung sind.

Vermutlich könnte man sich monatelang darüber streiten, welche Sportereignisse wirklich von nationaler Bedeutung sind. Sportmuffel würden sich vermutlich auf den Standpunkt stellen, dass die nationale Identität sogar durch die Nichtübertragung eines Fussballländerspiels zwischen der Schweiz und Deutschland nicht entscheidend getrübt wird. Auch auf den WM-Final im Eishockey könnte man verzichten.

Deshalb wird man bei der SRG die Bakom-Rüge wohl mit Gelassenheit zur Kenntnis nehmen. Von grösserer Bedeutung ist aber das Medienhaus, das dem Thema überproportional grossen Platz einräumt: CH Media. 

Brisant: Der Konzern der Verlegerfamilie Wanner gehört zu den grössten Konkurrenten der SRG im Ringen um Sportrechte – und gilt damit als jene Instanz, die das Verhalten des staatlichen Rundfunks besonders kritisch beurteilt. Deshalb könnte das Resultat der Bakom-Studie fussballerisch auch anders interpretiert werden: 2:0 für CH Media.