Content:

Mittwoch
21.01.2026

TV / Radio

Eine der höchsten Medienabgaben weltweit, bei steigenden Lebenshaltungskosten: Emotionale Kampagne der Befürworter angelaufen...    (Bild: Screenshot/SGV)

Eine der höchsten Medienabgaben weltweit, bei steigenden Lebenshaltungskosten: Emotionale Kampagne der Befürworter angelaufen... (Bild: Screenshot/SGV)

Zum aktuellen Zeitpunkt käme die SRG-Initiative «200 Franken sind genug!» «auf 50% Ja-Stimmen (48% Nein und 2% ohne Angabe)», wie die «20 Minuten-/Tamedia-Abstimmungsumfrage» vom Mittwoch zeigt.

Das Anliegen der Halbierungsinitiative sei unter den Stimmberechtigten bereits gut bekannt, schreibt die LeeWas GmbH, die im Auftrag der Tamedia die Umfragen durchführt, mit. «Im Normalfall sinkt die Zustimmung zu Volksinitiativen im Laufe der Abstimmungskampagne.»

Klarere Ausgangslagen hätten gemäss der Umfragefirma die anderen drei eidgenössischen Vorlagen und ein Gegenvorschlag, die am 8. März 2026 auch noch zur Abstimmung kommen.

«In der ersten Umfragewelle zeigt sich in der SVP-Basis eine sehr deutliche Zustimmung zur Halbierungsinitiative (85% Ja). Auch unter den Sympathisant*innen der FDP findet das Anliegen eine Mehrheit, wenn auch knapp (55 % Ja)», schreibt LeeWas über die Ergebnisse, die am 14. und 15. Januar bei 16’198 Personen abgefragt worden sind; 12’088 aus der Deutschschweiz, 3’759 aus der Romandie und 351 aus dem Tessin.

Mehrheitlich abgelehnt werde die Initiative von den Anhängerschaften der Mitte, der GLP, der SP und der Grünen.

Besonders hohe Zustimmung erfahre die SRG-Initiative in ländlichen Gebieten, bei Stimmberechtigten mit obligatorischem Schulabschluss, bei Personen mit tieferen Einkommen sowie in den jüngeren Altersgruppen.

Auf Zustimmung stossen bei den Befürwortern folgende Gründe: «Zum einen zwinge die Initiative die SRG, sich wieder auf ihren Kernauftrag zu konzentrieren, d.h. Information und Bildung in allen Landessprachen. Zum anderen bezahle die Schweizer Bevölkerung heute eine der höchsten Medienabgaben weltweit, was wegen steigender Lebenshaltungskosten nicht mehr tragbar sei.»

Zudem konsumierten immer weniger Menschen SRG-Formate, müssten aber trotzdem dafür bezahlen. Und ein Dorn im Auge der vielen kleinen und mittleren Betriebe (KMU) in der Schweiz, die 95 Prozent aller Unternehmen ausmachen, ist, die aus ihrer Sicht ungerechte Doppelbelastung, da die Mitarbeitenden bereits privat Radio- und Fernsehgebühren zahlen müssten.

Die Gegnerschaft argumentiert: «Angesichts der Zunahme von Fake News braucht unsere Demokratie einen Anbieter, auf dessen Glaubwürdigkeit die Gesellschaft vertrauen kann», schreibt LeeWas über das Argumentarium. Die Halbierung des Budgets der SRG komme einem Kahlschlag des Service Public gleich.

Zudem sei die Initiative unnötig, da der Bundesrat die Gebühren für Haushalte ab 2027 schrittweise auf 300 Franken senke, was die SRG bereits zum Sparen zwinge und der Bundesrat habe bereits beschlossen, dass ab 2027 rund 80 Prozent der Unternehmen keine Abgabe mehr leisten müssten.

Die LeeWas GmbH wurde von Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen als Spinoff ihrer Forschungstätigkeit gegründet. 2013 begann mit einem Testlauf mit «20 Minuten» die Zusammenarbeit mit dem Zürcher Verlag.

«Mittlerweile führen wir mit allen Zeitungen und Newsportalen von Tamedia zahlreiche Umfragen zu politischen und gesellschaftlichen Themen durch», schreibt LeeWas über ihr Engagement.