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Dienstag
24.03.2026

Medien / Publizistik

QualitatsmonitoringbeiTamedia2025mitvielKI-ToolsberichgtetKleinReport

Tamedia (TX Group) macht seit 2017 ein jährliches Qualitätsmonitoring seiner Medien-Titel.

«Einhaltung handwerklicher Regeln, Wertschöpfung gemäss der gesetzten Ziele von Chefredaktion und Verlag über die Newslage hinaus, Wahrnehmung und Reaktion der Leserschaft, Nutzerschaft und Öffentlichkeit sowie die organisatorische Verankerung des Qualitätsprozesses in den Redaktionen» sind die beschriebenen Kriterien.

Erstmals ist ein «Article Buddy» in allen Redaktionen zur Qualitätssicherung eingesetzt worden. Das KI-Instrument habe die Redaktorinnen und Redaktoren bereits während des Prozesses der Inhaltserstellung begleitet, schreiben Simon Bärtschi, Leiter Publizistik, und Amir Mustedanagic, Business Partner AI & Data, in ihrem Statement.

Der «Article Buddy» sei ein modulares Werkzeug, das den Journalisten als digitaler Sparringspartner diene.

Auch Mitarbeitende am Digital Desk und in den Produktionsteams würden mit dem KI-Tool unterstützt. «Der Prozess der Inhaltserstellung wie auch die Kontrolle und die Optimierung der Beiträge werden damit grundlegend verändert», heisst von den beiden. Das neue Werkzeug biete mehrere Module, die gezielt verschiedene Qualitätsaspekte der Berichterstattung fortlaufend prüfen.

Bereits integriert seien der Standards-Check und der Stil-Check. Zum «Article Buddy» kämen demnächst zusätzliche Module, die alle zum Ziel haben: «Qualität unserer Beiträge sowie Effizienz bei der Inhaltserstellung. Der ’Article Buddy’ steigert die Effizienz, indem zeitraubende formale Checks automatisiert werden.»

Die Journalisten gewännen dadurch Freiraum für Recherchen und redaktionelle Arbeit, hofft man beim Tamedia-Verlag.

Der Buddy mache mit einem direkt umsetzbaren Feedback die Qualitätsansprüche zum integralen Bestandteil des Schreibprozesses.

Weiter wurde wieder eine Abo-Analyse gemacht. Dieses Jahr von Marc Isler, Geschäftsführer Premium Digital, und von Hannes von Wyl, Editorial Analyst.

Tamedia unterhält für die deutsch- und die französischsprachige Schweiz je eine Ombudsstelle. «Die beiden unabhängigen Ombudsmänner erfüllen eine Scharnierfunktion zwischen dem Publikum der Tamedia-Publikationen auf der einen sowie Redaktion und Verlag auf der anderen Seite», schreibt Tamedia über Ignaz Staub (76) und Denis Etienne (48).

Das Qualitätsmonitoring 2025 sei mit einer letzten Veranstaltung im Januar in Lausanne abgeschlossen worden. Während individuell festgelegter Beobachtungszeiträume im Spätherbst und Winter hätten «die unabhängigen Experten Reto Lipp, Peter Linden, Bernard Rappaz und Michael Hug die Titel Finanz und Wirtschaft, Schweizer Familie, 24heures/Tribune de Genève, Tages-Anzeiger, BZ Berner Zeitung/Der Bund und Basler Zeitung einem Qualitätsmonitoring unterzogen».

An den Veranstaltungen seien auch die Selbsteinschätzungen der Chefredaktionen, die Ergebnisse der Marktforschung und eine Beurteilung des Verlegers Pietro Supino präsentiert worden. Anschliessend habe eine Diskussion mit der jeweiligen Redaktion im Plenum stattgefunden.

Der geneigten Leserin und dem aufgeklärten Klein-Report-Leser ist es aufgefallen: Es sind nur Männer am Kontrollieren.

Neu zwar mit dem «Article Buddy» im Team, aber das reicht 2026 nicht mehr! Da braucht es dann auch keine teuren Marktstudien mehr, wenn das schon nicht klappt. Auf einen neuen, besseren Versuch im 2026!