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Donnerstag
22.01.2026

Medien / Publizistik

Zwischen Baustelle und Fernsehstudio scheint der Zusammenhang dünn. Hingegen zahlen Bauunternehmer bis zu maximal 49'925 Franken pro Jahr SRG-Gebühren... (Bild: zVg)

Zwischen Baustelle und Fernsehstudio scheint der Zusammenhang dünn. Hingegen zahlen Bauunternehmer bis zu maximal 49'925 Franken pro Jahr SRG-Gebühren... (Bild: zVg)

Auf den ersten Blick scheint klar, was das Baustellenpersonal wirklich bewegt: Nicht die «200 Franken sind genug!»-Abstimmung zu den Radio- und Fernsehgebühren, sondern die Verhandlungen über den Landesmantelvertrag, den Gesamtarbeitsvertrag für das Bauhauptgewerbe.

Diese könnten am kommenden Samstag an einer Unia-Versammlung mit einem Ja abgeschlossen werden und die Lohn- und Arbeitsbedingungen für die nächsten sechs Jahre sichern.


Doch nun warnt der Bundesrat alle vom Bau, welche Gefahr von der SRG-Initiative auch für sie ausgeht. Denn im Abstimmungsbüchlein steht Schwarz auf Weiss, dass bei einem Ja auch Jobs auf dem Bau auf dem Spiel stehen.

Die brisante Textstelle auf Seite 34 zum drohenden Arbeitsplatzverlust auf dem Bau und in anderen Branchen lautet: «3000 gingen indirekt in anderen Unternehmen verloren (Autoren, Darstellerinnen, Produktionsfirmen der audiovisuellen Industrie, Bauwirtschaft, Gastgewerbe etc.).»

Als Quelle wird eine Studie von BAK Economics genannt, gemäss der «schätzungsweise» 3'000 Arbeitsplätze bei der SRG und weitere 3'000 in anderen Branchen abgebaut werden müssten.


Der Klein Report wundert sich, welche Arbeitsplätze auf dem Bau konkret verloren gehen sollen. Zwischen Baustelle und Fernsehstudio scheint der Zusammenhang dünn.

Umso erklärungsbedürftiger ist die Warnung vor Jobverlusten, die mehr Verunsicherung als Klarheit schafft.

Was hingegen Fakt ist: Bauunternehmen zahlen jedes Jahr umsatzabhängige Radio- und Fernsehgebühren, wobei die Rechnung bis zum Maximalbetrag von 49'925 Franken ansteigen kann. Diese Zahl ist nicht erwähnt im Abstimmungsbüchlein.