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Montag
05.01.2026

TV / Radio

Roger Aebli war am Samstag während einer Live-Schaltung zu Venezuela ausgefallen. Am Sonntag geriet er erneut ins Stocken... (Bild: SRF-Screenshot KR)

Roger Aebli war am Samstag während einer Live-Schaltung zu Venezuela ausgefallen. Am Sonntag geriet er erneut ins Stocken... (Bild: SRF-Screenshot KR)

Nur einen Tag nach gesundheitlichen Aussetzern stand USA-Korrespondent Roger Aebli erneut live beim Schweizer Fernsehen (SRF) vor der Kamera – und geriet wieder ins Stocken.

«Tagesschau»-Moderator Florian Inhauser reagierte souverän, doch die Situation wirft Fragen auf: Hat SRF seine Fürsorgepflicht ernst genug wahrgenommen? Hätte eine voraufgezeichnete Schalte den Mitarbeiter und das Publikum besser geschützt?

Roger Aebli war bereits am Samstag während der Berichterstattung über Venezuela gesundheitlich angeschlagen. Auf Live-Bildern fasste er sich an die Stirn, schüttelte den Kopf und sagte zu Moderator Florian Inhauser: «Ich bin kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Ich hab keine Minute … ich hab’s dir geschrieben.» Dann wechselte er ins Mundartliche: «I gsehns … I weiss nid, was da grad passiert.»

Moderator Inhauser reagierte ruhig, übergab die Schaltung an Lateinamerika-Korrespondentin Karen Naundorf – souverän und besonnen.

Trotz dieser Vorfälle durfte Aebli bereits am Sonntag wieder live auf Sendung. Kurz nach 19.30 Uhr geriet er erneut ins Stocken, verlor den Faden und war erleichtert, als Naundorf erneut einsprang.

Die Frage drängt sich für den Klein Report auf: Hatte SRF die Sorgfaltspflicht gegenüber dem angeschlagenen Mitarbeiter ausreichend wahrgenommen? Wäre eine voraufgezeichnete Schalte nicht sinnvoller gewesen, um Pannen und Stress für den Mitarbeiter, der unter einem Migräneanfall in der ersten Live-Einschaltung litt, zu vermeiden?

Die SRF-Pressestelle betonte gegenüber dem «Blick», dass die Gesundheit der Mitarbeitenden «oberste Priorität» habe und Aebli in enger Absprache mit seinem Vorgesetzten Stefan Reinhart am Sonntagmittag wieder einsatzfähig war. Dennoch bleibt offen, warum er so rasch wieder live eingesetzt wurde, obwohl er noch angeschlagen war.

Für das Publikum und Beobachter verdeutlichen die Bilder die Grenzen der Belastbarkeit – zugleich zeigt sich, wie professionell Florian Inhauser reagierte.

Seine Ruhe und schnelle Reaktion verhinderten, dass die Situation aus dem Ruder lief, und ermöglichten einen geordneten Übergang zu Naundorf.

Doch die Debatte über Live-Risiken, Mitarbeiterschutz und Fürsorgepflicht sowie die richtige Abwägung von Verantwortung bleibt aktuell.