Beim «Corriere del Ticino» bahnt sich offenbar ein grösserer Umbau der Mediengruppe an. Nach dem angekündigten Abgang von CEO Alessandro Colombi wird nun auch Chefredaktor Paride Pelli den Verlag verlassen.
Pelli bestätigte seinen Abschied in einem Editorial in eigener Sache. In Tessiner Medienkreisen wird gemunkelt, der langjährige Journalist wolle künftig eine Kunstgalerie eröffnen.
Gleichzeitig verdichten sich die Hinweise auf eine umfassende Neuorganisation der zur Stiftung «Corriere del Ticino» gehörenden Medienaktivitäten.
Zur Gruppe gehören neben der Tageszeitung «Corriere del Ticino» auch der Fernsehsender «Teleticino» sowie das Newsportal «Ticinonews».
Gemäss Recherchen des Klein Reports plant die Stiftung die Schaffung einer Art gruppenübergreifenden Super-Chefredaktion. Als möglicher Favorit für diese Schlüsselrolle wird der 43-jährige TV-Journalist Sacha Dalcol gehandelt. Eine offizielle Bestätigung liegt bisher nicht vor.
Die mögliche Personalie wäre auch ein Signal für eine stärkere Gewichtung der elektronischen Medien innerhalb der Gruppe. Dalcol gilt als profilierter Fernsehjournalist und ist insbesondere bei «Teleticino» ein bekanntes Gesicht.
Praktisch unbemerkt von der Deutschschweizer Medienöffentlichkeit wurde zudem vor einiger Zeit Mitte-Ständerat Fabio Regazzi in den Verwaltungsrat gewählt. Regazzi gehört zu den einflussreichsten Politikern des Kantons Tessin und präsidiert den Schweizerischen Gewerbeverband und politisiert eher am rechten Rand der Mitte.
Bereits am Freitag hatte der Klein Report über den Abgang von CEO Alessandro Colombi berichtet. Der langjährige Geschäftsführer verlässt den Verlag nach zwölf Jahren Tätigkeit, davon acht Jahre als CEO. Laut dem «Corriere del Ticino» erfolgt der Wechsel in einem «Klima gegenseitiger Wertschätzung».
Auch beim öffentlichen Rundfunk RSI scheinen derzeit personelle Veränderungen bevorzustehen. Aus dem Tessin ist von mehreren Führungskräften die Rede, die sich beruflich neu orientieren könnten.




