Der FC Thun hat die Liga mit Rock-’n’-Roll-Fussball begeistert. Nun liefern die Sensations-Meister aus dem Berner Oberland plötzlich eher Ballermann-Vibes. Der Ibiza-Trip als Belohnung für den Titelgewinn sei ihnen gegönnt. Fussballer sind keine Mönche.
Kaum zurück von der Baleareninsel, setzte es in Sion aber eine 0:2-Niederlage ab – mit einer B-Equipe, die mehr nach Testspiel als nach Super League aussah.
Trainer gesperrt, Stammkräfte geschont, andere gedanklich womöglich noch an der Poolbar. Während andere Klubs um Europa kämpfen, veranstaltete Thun im Tourbillon eine Art Casting für die neue Saison.
Wettbewerbsverzerrung? Ein grosses Wort. Aber keines, das völlig aus der Luft gegriffen ist.
Fast gleichzeitig verkünden die Berner Oberländer den neuen Stadionnamen: Aus der Stockhorn Arena wird das Visana Stadion. Das klingt zwar eher nach Krankenkassen-Hotline als nach Fussballromantik, bringt dem Klub aber bis 2036 jährlich 300'000 Franken für Nachwuchs und Frauenfussball – plus weiterhin mietzinsfreie Stadionnutzung.
Wobei die Partnerschaft einen Haken hat: In Bundesbern wird derzeit diskutiert, ob Krankenkassen künftig überhaupt noch Sportsponsoring betreiben dürfen.
Oder mit anderen Worten: Für Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Egal, ob auf den Balearen oder am Niesen.




