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Mittwoch
04.02.2026

TV / Radio

Die weltpolitischen Hotspots waren auch die heissen Eisen, mit denen sich die SRF-Ombudsleute Esther Girsberger und Urs Hofmann im letzten Jahre am häufigsten herumschlagen mussten.

So betrafen fast ein Viertel aller 1’408 Beanstandungen den Nahost-Konflikt. Die Kritik kam dabei mehrheitlich aus pro-israelischen Kreisen und richtete sich gegen eine Berichterstattung, die mit zunehmendem zeitlichen Abstand zum Hamas-Terroranschlag vom 7. Oktober 2023 das humanitäre Leid in Gaza und Völkerrechtsfragen in den Fokus rückte.

Auch die US-Politik, also die Berichterstattung über Donald Trump und sein Umfeld, sorgte für zahlreiche Beanstandungen. Kritisiert wurde eine angeblich «systematisch», also durchs Band negative Darstellung.

Für 62 Reklamationen sorgte das Reportage-Format «rec.» vom 24. März 2025 über die «Junge Tat». Die Kritik wurde von den beiden Ombudsleuten, die sich 140 Stellenprozente teilen, nicht unterstützt. Dies, obwohl sie selbst zugegebenermassen die Sendung nicht durch und durch gelungen fanden. 

Der Fall wurde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) weitergezogen, welche die Beschwerde abwies.

Deutlich zugenommen haben die Beanstandungen gegen Online- und Social-Media-Beiträge. Die Zahl stieg in nur einem Jahr von 40 auf 154 Fälle.

Vor allem in allzu verkürzten Schlagzeilen sehen die Ombudsleute hier ein Problem, wodurch komplexe Sachverhalte zu sehr vereinfacht würden.

Überraschend stark im Kreuzfeuer der Kritik standen 2025 auch die Kultursendungen von SRF. Beanstandet wurden hier vor allem historische Ungenauigkeiten, die Auswahl von Expertinnen und Experten sowie der Umgang mit Archivmaterial.