Das Solothurner Label Lemontigerloud stellt Spitzenunterwäsche für Männer her. Was nach einer kargen Marktnische tönt, ist über Nacht zum Verkaufsschlager geworden.
Den Ausschlag gab offenbar ein kurzer Beitrag von SRF News Ende Dezember. Danach hagelte es Likes und Kommentare wie «Endlich mal was anderes auch für den Mann», «Sensationell, schön und so kreativ» und «Hat mein Bild von Spitze = Frau korrigiert. Spitze = Mann geht auch richtig gut».
Die aktuelle Lingerie-Kollektion «für den Mann» sei innert weniger Tage ausverkauft gewesen, vermeldet Gründer Beni Brennwald am Montag gegenüber dem Klein Report.
Der Designer, der sich als Sexualtherapeut im Schambereich auskennt, fährt die Produktion nun hoch. Er sei kein Aktivist, wolle keine Männerpolitik machen, betont Beni Brennwald. «Ich will einfach selbst schöne Unterwäsche tragen.»
Aus Mangel an Möglichkeiten begann er 2023, selbst Stücke zu designen und sich das Nähen beizubringen. In seiner Wohnung verwandelt er Jersey aus Überproduktionen und traditionsreiche St.Galler Spitzen-Restposten in Männerunterhosen mit dem gewissen Etwas.
Der Start war allerdings harzig. Brennwald stiess auf einen Haufen Skepsis. Im Sommer 2025 stand das Projekt kurz vor dem Abbruch. Er fand keine Schneiderinnen und Produktionsstätten, die ihn unterstützen. Bei einem Nähkurs wurde er mit den Worten ausgeschlossen: «Bei uns sind Männer noch Männer und Frauen noch Frauen».
Die sozialen Medien sperren seine Beiträge oder er bekommt Hasskommentare, wie er sagt. «Spitze auf Männerkörpern scheint ein aufgeladenes Thema zu sein», resümiert Beni Brennwald.
Die Nachfrage konzentriert sich auf Boxershorts mit Spitze, daneben gibt es auch freiere Schnitte. Brennwald betont, es gehe nicht um Provokation, sondern um «neue Ausdrucksformen für Männlichkeit».




