Noch ein paar Tage können die Verbände und Organisationen ihre Meinung zur geplanten Plattform-Regulierung nach Bundesbern schicken.
Das Institut für Journalismus und Kommunikation MAZ zum Beispiel unterstützt das neu Bundesgesetz und fordert eine rasche Umsetzung.
In seiner Vernehmlassungsantwort bezeichnet die Luzerner Journalistenschmiede die Regulierung grosser Plattformen wie Google oder Meta als wichtigen Schritt zum Schutz der demokratischen Meinungsbildung und der Rechte der User.
Ganz zufrieden mit dem Gesetzesentwurf ist das MAZ aber nicht. So warnt das Institut vor sogenanntem «Overblocking», bei dem automatisierte Systeme journalistische Inhalte vorschnell löschen oder deren Reichweite einschränken.
Die Forderung aus Luzern: Inhalte von Medienhäusern, die sich dem Schweizer Presserat unterwerfen, sollen einen gesetzlichen «Fast-Track» bei Beschwerden erhalten.
Warum? Redaktionell geprüfte Informationen dürften «nicht willkürlich durch Algorithmen blockiert oder deren Reichweite eingeschränkt werden». Eine menschliche Vorprüfung müsse sicherstellen, dass die Pressefreiheit nicht unter die Räder kommt, argumentiert das MAZ.
Ausserdem verlangt das MAZ einen erweiterten Zugang zu Plattformdaten. Nicht nur die Forschung, sondern auch Institutionen der journalistischen Aus- und Weiterbildung sowie der Datenjournalismus sollen Zugang erhalten, um die Funktionsweise von Algorithmen besser zu verstehen.
Als dritten Punkt fordert das MAZ eine klare Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte wie Deepfakes oder synthetische Texte. Dies in der Absicht, Manipulation besser zu erkennen und die Glaubwürdigkeit von Medien langfristig zu schützen.



