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Montag
04.05.2026

Medien / Publizistik

Totgesagte leben länger: Margrit Läubli hofft, künftig keine Serafe-Gebühren mehr bezahlen zu müssen... (Bild: SRF)

Totgesagte leben länger: Margrit Läubli hofft, künftig keine Serafe-Gebühren mehr bezahlen zu müssen... (Bild: SRF)

Ein peinlicher Fauxpas überschattete am Samstag die 50. Vergabe des Prix Walo im Kongresshaus Zürich: Kabarett-Legende Margrit Läubli (98) wurde in der traditionellen Gedenksequenz der verstorbenen Preisträger mit Bild und Todesdatum eingeblendet – obwohl sie noch lebt.

Auf der Leinwand erschien der 17. Dezember 2019 als angeblicher Todestag der Grande Dame der Schweizer Comedy. Prix-Walo-Präsidentin Monika Kaelin entschuldigte sich nach der Gala umgehend: «Das tut mir unfassbar leid. Es ist uns nicht bewusst gewesen, dass dieses Bild reingerutscht ist.»

Kaelin erklärte den Fehler mit einer Verwechslung rund um Läublis Ehemann César Keiser. Allerdings stimmt auch das nur teilweise: Der legendäre Kabarettist, mit bürgerlichem Namen Hanspeter Keiser, starb bereits am 25. Februar 2007 in Zürich im Alter von 81 Jahren – und nicht 2019.

Dass die vermeintlich Verstorbene selber noch quicklebendig ist, bewies sie einen Tag später mit trockenem Humor. Gegenüber «Blick» sagte Läubli: «Da ich fürs Schweizer Fernsehen ja tot bin, hoffe ich doch, dass ich jetzt die Serafe-Gebühr nicht mehr zahlen muss.»

Auch Sohn Lorenz Keiser reagierte – und setzte einen spitzen Konter in Richtung Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), das die Gala live übertrug. Auf Instagram schrieb er: «Meine Mama lebt und ist glücklich.» Und schob hinterher: «Sie lebt mehr als das Schweizer Fernsehen.»

Trotz des Patzers stand das 50-Jahr-Jubiläum des Schweizer Unterhaltungspreises ganz im Zeichen der TV- und Show-Prominenz: Nik Hartmann wurde als Publikumsliebling ausgezeichnet, während Freddy Burger den Ehren-Prix-Walo für sein Lebenswerk erhielt.

Auch der Eurovision Song Contest wurde doppelt geehrt: Die ESC-Produktion Basel gewann in der Kategorie TV-Produktion, Sängerin Zoë Më wurde als beste Newcomerin ausgezeichnet. Im Schlager setzte sich Linda Fäh durch, während Hecht erneut als Pop/Rock-Band zu Würden kam.

Für Margrit Läubli selber dürfte der Fauxpas letztlich verschmerzbar sein – vielleicht sogar ein gutes Omen. Denn wie heisst es doch so schön: Totgesagte leben länger.