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Donnerstag
08.01.2026

Medien / Publizistik

Pia Guggenbühl, Direktorin Verlegerverband, Moderator Oliver Steffen, SWA-Präsident Jan De Schepper und Markus Wirth, OneLog und COO Ringier Medien Schweiz… (Bild: Dreikönigstagung/KR)

Pia Guggenbühl, Direktorin Verlegerverband, Moderator Oliver Steffen, SWA-Präsident Jan De Schepper und Markus Wirth, OneLog und COO Ringier Medien Schweiz… (Bild: Dreikönigstagung/KR)

Am besten angekommen bei den Gästen der Dreikönigstagung im Aura am Donnerstag sind die beiden Referentinnen aus dem hohen Norden.

«In Zeiten globaler Unsicherheit ist es wichtiger denn je, dass wir grenzübergreifend zusammenarbeiten», sagte Karen Rønde, CEO der dänischen Medien-Verwertungsgesellschaft DPCMO, in ihrem Referat.

Rønde warnte die Schweiz, nicht dieselben Fehler wie in Dänemark zu machen. Nur wenn alle Puzzleteile wie eine faire Vergütung journalistischer Inhalte vorhanden seien, sei eine Koexistenz von KI und Journalismus möglich.

Doch gerade bei der Kooperation der Tech-Giganten sehe es düster aus: «It takes two to tango. But most tech firms just don’t want to dance», sagte Karen Rønde.

So hätten Meta, TikTok und weitere Akteure ein Schiedsverfahren unter der Leitung des dänischen Kulturministers ignoriert. 

Auch der Auftritt von Marte Ingul, Konzerndirektionsmitglied des norwegischen Verlags Amedia, zeigte auf, wie ähnlich die Herausforderungen der Medien im 2026 hüben wie drüben sind.

Den Appell von Bundesrat Pfister an die Schweizer Politik, die Medienkompetenz zur Bekämpfung von Desinformation zu stärken, bekräftigte Ingul aus norwegischer Sicht.

«Die Demokratie steht auf dem Spiel, wenn die Demokratiekompetenz bei den Jugendlichen sinkt», so Ingul. Das Medienhaus Amedia begegnet dieser Gefahr mit einem Programm, das 15- bis 20-Jährigen Gratis-Zugang zu seinen Angeboten gewährt, seine Journalistinnen an Schulen schickt und Lehrpersonen E-Learning-Tools zur Verfügung stellt.

«Früher war es einfacher, bei jungen Menschen die Gewohnheit zu entwickeln, Medien zu konsumieren». Im digitalen Zeitalter ohne Zeitung auf dem Küchentisch müsse diese Gewohnheit proaktiv gefördert werden, so Marte Ingul weiter.

Einmal mehr ging es an der Dreikönigstagung auch um die Wirksamkeit von Werbung. «Werbung im Umfeld glaubwürdiger, faktengeprüfter Schweizer Medien wirkt wesentlich besser als auf Social-Media-Kanälen. Das belegt die Konsumentenstudie von gfs-zürich wissenschaftlich», sagte Pia Guggenbühl, Direktorin des Verlegerverbands. 

Markus Wirth, Verwaltungsratspräsident von OneLog und COO Ringier Medien Schweiz, betonte, dass Werbeauftraggebende rational handelten: «Wenn Reichweite ein Bedürfnis ist, müssen wir sie noch besser liefern.»

Laut Jan De Schepper, Präsident des Schweizer Werbe-Auftraggeberverbands (SWA), könnten Kooperationen wie OneDSP dazu beitragen, Buchungen bei Medienhäusern einfacher und somit attraktiver für die Werbenden zu machen. 

Jeder Franken, der den Medien durch Plattformen entzogen werde, fehle letztlich für die Finanzierung des Journalismus.