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Sonntag
10.05.2026

Medien / Publizistik

USZ-Herzchirurgie und der Maisano-Skandal: Wer hat wann nicht genau hingeschaut und vor allem nicht hingehört?...     (Bild: Screenshot aus USZ-Video Herzchirurgie)

USZ-Herzchirurgie und der Maisano-Skandal: Wer hat wann nicht genau hingeschaut und vor allem nicht hingehört?... (Bild: Screenshot aus USZ-Video Herzchirurgie)

Am 5. Mai war wieder einmal ein Schocktag für die auf heile Welt machende Schweiz: Gemäss einem Untersuchungsbericht starben am Universitätsspital Zürich (USZ) zwischen 2014 und 2020 etwa 70 Patienten in der Herzchirurgie «zu viel», wie es heisst. Ihr Tod hätte möglicherweise verhindert werden können.

Bereits Ende 2019 meldete der Whistleblower André Plass, der als leitender Arzt am Universitätsspital Zürich tätig war, gravierende Mängel unter dem ehemaligen Klinikchef Francesco Maisano. Der italienische Herzspezialist leitete von 2014 bis 2020 die Klinik für Herzchirurgie am Unispital Zürich

Informant Plass übergab seine Informationen an den «Tages-Anzeiger».

In der Samstagsausgabe hat Redaktor Andreas Kunz einen Rundumschlag in seinem Kommentar hingelegt.

Das Rechercheteam des «Tages-Anzeigers» sei «unermüdlich am Thema drangeblieben – gegen massive Widerstände aus Politik und Medien», schreibt Kunz über die Recherche, die durch den Untersuchungsbericht nun bestätigt wurde.

Man müsse davon ausgehen, «dass Maisano weiterhin im Amt wäre und es wohl noch mehr Tote gegeben hätte, wenn sich Whistleblower André Plass nicht an den ‚Tages-Anzeiger‘ gewandt hätte», schreibt er.

«Maisano trat mit mehreren Ärzten des Unispitals sowie Zürcher Politikerinnen und Politikern eine gross angelegte Kampagne gegen Plass und den ‚Tages-Anzeiger‘ los, unterstützt von der PR-Agentur Farner», zürnt er und teilt gegen die Journalisten des «SonntagsBlick», der «Weltwoche» und der «Republik» aus. Sie hätten «sich einspannen lassen» und «veröffentlichten prominente Geschichten, in denen sie Maisano reinwuschen und den Whistleblower an den Pranger stellten», schliesst er.

Fazit des Kein Reports: Im Fall USZ und Francesco Maisano ist die Messe noch lange nicht gelesen.