Die FDP der Stadt Zürich zeigt sich besorgt über wiederholte Angriffe auf ihre Wahlplakate: In zahlreichen Quartieren werden Grossformatplakate mutwillig zerstört, heruntergerissen oder beschmiert.
Auf Anfrage des Klein Reports sagte Deborah Wettstein, seit 2022 Gemeinderätin und Geschäftsführerin der FDP Stadt Zürich: «Schmierereien und Verunstaltungen von Plakaten sind wir uns von früheren Wahlen leider gewohnt. Wenn aber gezielt Parolen wie ’Nazi raus’ platziert werden, erreicht dies eine neue Dimension.»
Vor allem FDP-Kandidierende seien betroffen – ein Hinweis darauf, dass es sich um eine «systematische» Aktion handele. «Was kommt als Nächstes?» fragt Wettstein. Über die Täter und deren Motivation herrsche Unklarheit.
Trotzdem (oder deswegen) zeigt sich die 40-Jährige kämpferisch: «Solche Aktionen spornen mich noch mehr an. Es handelt sich um eine hilflose, anonyme Attacke, fernab von jedem demokratischen Gedanken.»
Die FDP Stadt Zürich schreibt in einer Medienmitteilung: «Dieses Vorgehen ist in keiner Weise hinnehmbar. Diese Angriffe sind kein Ausdruck politischer Meinung, sondern Ausdruck von Intoleranz und demokratischer Verantwortungslosigkeit», betont die Partei. «Wer Plakate zerstört, greift die Meinungsfreiheit und damit einen zentralen Pfeiler unserer Demokratie an», sagt Patrik Brunner, Präsident der FDP Stadt Zürich, dazu.
Wettstein ergänzt gegenüber dem Klein Report: «Wer sich politisch beteiligen will, hat in der Schweiz das grosse Privileg, dies immer tun zu können – mit einer Kandidatur, einer Initiative oder einer Stimmabgabe.»
Trotz der Angriffe erwartet die FDP keinen negativen Einfluss auf den Wahlverlauf. «An den offiziellen Plakatstellen von APG und Goldbach NEO werden beschädigte Plakate zeitnah ersetzt», erklärt Deborah Wettstein.
Für die FDP ist klar: Politische Auseinandersetzungen gehören in den öffentlichen Diskurs – nicht in den Bereich von Sachbeschädigung oder Diffamierung: «Ein Wahlkampf, der mit Zerstörung statt Argumenten geführt wird, ist ein Armutszeugnis. Wegschauen oder relativieren darf keinen Platz haben.»



