Die gedämpfte Stimmung im Werbemarkt hält an, dennoch gebe es Lichtblicke, erklärte Ralph Büchi, Verleger der «HandelsZeitung», am Dienstag vor 600 Gästen aus der Werbe-, Media und Verlagsbranche im Lake Side beim Casino Zürichhorn in Zürich. Sie alle waren gekommen, um sich über die inzwischen hochbeliebten Werbetrends informieren zu lassen. Die Studie «Werbetrends» wird alljährlich von der «HandelsZeitung» in Zusammenarbeit mit der Media.Research.Group aufgrund von Befragungen von 500 Personen herausgegeben. «Die Resultate liefert ein genaues Abbild der aktuellen Wirtschaftslage mit unterschiedlich verlaufender Branchenkonjunktur», so Büchi.
Demnach erwarten nur gerade 12,8% der Auftraggeber und 5,9% der Agenturen eine leichte Zunahme des Werbevolumens im ersten Halbjahr 2003. Für das zweite sind es immerhin schon 30,8% der Auftraggeber und 26,5% der Agenturen, die positive Prognosen stellen. Mit einem Umsatzzuwachs rechen 52,9% der Media-Agenturen und 33,3% der befragten Werbeagenturen.
Während in den letzten zwei Jahren die Zahl der Auftraggeber, die jeweils ein grösseres Kommunikationsbudget als im Vorjahr hatten, um über ein Drittel gesunken ist, scheint sich für 2003 ein Stillstand des Abwärtstrends einzustellen. Das sei, so die Studie, vor allem auf die Branchen Bekleidung/Kosmetik, Einzelhandel, Nahrungsmittel/Getränke und Freizeit/Tourismus zurückzuführen. Die grössten Budgetreduktionen werden 2003 von den Branchen Banken/Versicherungen, IT/Telekommunikation, Haushaltsgeräte/Wohnungseinrichtungen sowie Industrie/Energie gemeldet.
Wohin fliesst das Geld? Laut den «Werbetrends 2003» würden Auftraggeber, die hohe Anforderungen an ihre Mediastrategie stellen und wo die Entscheide vom Geschäftsleiter oder VR gefällt werden, 49,3% ihres Kommunikationsbudgets in die klassische Werbung investieren, 22,8% in die Verkaufsförderung und die Werbung am POS, 7,2% in die Direktwerbung, 5,8% in die PR und 4,2% in Messen. Weniger «attraktive Auftraggeber», bei denen die Entscheide überdurchschnittlich oft von Marketing- oder Verkaufsleitern gefällt werden, geben 51,2% für klassische Werbung, 13,3% für Direktwerbung, 11,7% für PR, 14,1% für Messen und nur 9,7% für direkte Verkaufsförderung aus.
Kein Geld mehr wird in die Personalsuche investiert: 71,4% der Befragten rechnen mit einer Abnahme der Ausgaben für Personalsuche. Wenn aber dafür schon Geld ausgegeben wird, dann in Inserate in Tageszeitungen. Jedoch glauben nur 14,5% an eine zunehmende Bedeutung der Kaderinserate.
Dienstag
08.04.2003