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Montag
07.04.2003

Ein Teilnehmer der britischen Ausgabe von «Wer wird Millionär?» hat sich seinen Millionen-Gewinn erschwindelt. Der 39 jährige Charles Ingram ist am Montag des Betrugs schuldig befunden worden. Die Strafe für das Ehepaar lautet auf 18 Monate auf Bewährung und eine Geldstrafe von umgerechnet jeweils 32 000 Franken. Eine Jury in London sah es als erwiesen an, dass Ingram die Quiz-Fragen mit Hilfe des ebenfalls verurteilten Dozenten Tecwen Whittock durch verabredetes Husten beantwortet hatte. Ingrams Frau Diana habe den Plan mitentwickelt und -ausgeführt.

Tecwen Whittock hatte Ingram in etwa neun Metern Entfernung gegenüber gesessen. Nahezu immer soll Ingram in der Sendung laut über eine Lösungsmöglichkeit der ihm gestellten Fragen nachgedacht haben. Durch Husten habe ihm dann Whittock signalisiert, ob er richtig oder falsch liege. Bei der 500 000-Pfund-Frage wurde Ingram zum Beispiel nach der Stadt gefragt, die von Baron Haussmann geplant worden sei: «Rom, Paris, Berlin oder Athen?» Ingram tippte zunächst auf Berlin, da Haussmann eher ein deutscher Name sei. Dann war ein Husten zu hören, woraufhin sich Ingram anders entschied - und sich die neue Antwort «Paris» nach Darstellung der Staatsanwaltschaft durch dreimaliges indirektes Nachfragen und Husten bestätigen liess. Der Gewinn war Ingram nie ausgezahlt worden, da sofort nach der Sendung Zweifel an seiner Ehrlichkeit aufgekommen waren.