Die Marketingagentur «Biggie» zeichnet in ihrem «Trendbook 2026» das Bild einer Medienlandschaft im Umbruch. Zentrale These: Algorithmen, Reichweite und Hochglanzinszenierung verlieren an Wirkung – gefragt sind Authentizität, Vertrauen und kulturelle Anschlussfähigkeit.
«Authentizität schlägt Reichweite», sagt «Biggie»-Managing Director DACH & CZ Silvana Imperiali. Nutzer reagierten zunehmend ablehnend auf künstlich wirkende Inhalte und zögen sich in kleinere, geschützte digitale Räume zurück. «Biggie» verweist dabei auf einen deutlichen Anstieg von Markenboykott-Aufrufen im Jahr 2025.
Aus Sicht der Agentur verschiebt sich die Markenkommunikation damit vom öffentlichen Broadcasting hin zu dialogischen Micro-Communities. Marken müssten lernen, präsent zu sein, ohne zu dominieren – und sich als Teil kultureller Diskurse zu verstehen, nicht als deren Unterbrecher.
Parallel beobachtet «Biggie» eine Rückkehr zu physischen Erlebnissen: Reale Produkte, Events und Challenges gewinnen an Bedeutung, während digitale Kanäle primär als Verstärker dienen. Auch der Medienkonsum selbst verändert sich – Inhalte sozialer Medien wandern laut Trendbook zunehmend auf grosse Bildschirme, längere Formate und professionellere Produktionen.
In der fragmentierten Werbelandschaft misst «Biggie» zudem Earned Media eine wachsende Bedeutung bei. Glaubwürdige Empfehlungen würden bezahlte Reichweite zunehmend ersetzen.
Im B2B-Bereich sei nicht kurzfristige Lead-Generierung entscheidend, sondern frühe mentale Präsenz bei potenziellen Kunden.
Ob sich dieses Szenario in der Breite durchsetzt, bleibt offen. Klar ist: «Biggie» positioniert Authentizität und kulturelle Relevanz als neue Leitplanken der Markenkommunikation.




