Die US-Botschaft in Berlin hat auf ein Schreiben der «Tagesspiegel»-Chefredaktion reagiert: Zu den Gründen für die kurzfristige Ausladung der Redaktorin Farangies Ghafoor von einem Journalistenprogramm hüllt sie sich in Schweigen.
Ghafoor hatte Mitte 2025 einen Platz im International Visitor Leadership Program (IVLP) Edward R. Murrow Program for Journalists bekommen. Die US-Botschaft in Berlin hatte sie für das Programm vorgeschlagen. Finanziert und organisiert wird das Programm vom US-Aussenministerium, es sind Medienschaffende aus der ganzen Welt dabei.
Weniger als 24 Stunden vor dem geplanten Abflug wurde ihr Ende September 2025 telefonisch mitgeteilt, das Programm sei wegen einer drohenden Haushaltssperre abgesagt worden. Ihr bereits ausgestelltes Visum sei damit ungültig.
Später wurde bekannt, dass das Programm ganz normal mit den übrigen Teilnehmenden über die Bühne ging.
«Tagesspiegel»-Chefredaktor Christian Tretbar fragte bei der US-Botschaft nach, was los sei. «Sollte sich herausstellen, dass die Ausladung im Zusammenhang mit ihrer kritischen US-Berichterstattung steht, wäre das ein schwerer Schlag gegen die Pressefreiheit», wird Tretbar am Donnerstag in seinem eigenen Medium zitiert.




