Knapp daneben ist auch vorbei: Jedenfalls hat der Journalist Thomas Renggli Politerfahrung gesammelt.
Trotz absolutem Mehr verpasst der parteilose Quereinsteiger den Einzug in den Gemeinderat von Maur – und zieht dennoch ein versöhnliches Fazit über Unterstützung, Engagement und die Realität der Lokalpolitik.
«Wer in den Gemeinderat will, muss gewinnen. Ich wollte – und habe verloren», sagte Renggli am Sonntag zum Klein Report. Die Stimmberechtigten in Maur haben entschieden: Thomas Renggli bleibt draussen. «Trotzdem darf ich einen Achtungserfolg verbuchen: 1’625 Stimmen und sogar das absolute Mehr von 1’328 Stimmen – mehr, als ich als parteiloser Aussenseiter erwartet hatte. Deshalb bin ein Verlierer mit anderthalb lachenden Augen.»
Politik ist nicht wie Sport. Im Fussball lässt sich der Schiedsrichter verantwortlich machen, in der Politik nicht. Das letzte Wort hat das Volk. Und es hat entschieden in Maur.
Rengglis Dank gelte allen, die ihn unterstützt haben, von der Familie, Mitkämpferinnen und Mitkämpfern, den Plakathelfern – und besonders den ukrainischen Gästen, die seine Plakate verteidigt hätten wie Löwen.
«Ich habe gelernt, wie hartnäckig das politische Establishment ist und dass Parteien einen entscheidenden Machtfaktor darstellen», sagte er nach dem Wahlkampf zum Klein Report. Dennoch bleibe die Erfahrung wertvoll: 40 Prozent der Zürcher Exekutivämter seien inzwischen parteiunabhängig besetzt, und kleine Hoffnungen dürfe man sich nie nehmen lassen.
«Innerlich sah ich mich schon als den FC Thun der Maurmer Politik – als den Aussenseiter, der die Favoriten überrumpelt», so Sportjournalist Renggli weiter. Dieses Mal habe es nicht gereicht, er gratuliere allen Gewählten.




