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Mittwoch
16.04.2003

Vor nicht allzu langer Zeit war in den Schlagzeilen grosser deutscher Zeitungen zu lesen: «Die taz steht vor dem Aus.» Findig in Sachen Geldbeschaffung hat die Berliner «Tageszeitung» ganzseitige Inserate in ihrer Zeitung geschaltet und die Leser um ihr Vertrauen gebeten - in Form von pekuniärer Unterstützung oder Aboverlängerungen. Es klappte. Nun will die «taz» erneut Geld in ihre Kasse bekommen. Mit einer Beteiligungsgesellschaft sollen bis 2006 5 Mio. Euro für neue Projekte eingeworben werden, wie Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch am Dienstag in Berlin vor den Medien sagte. Damit sollen unter anderem ein täglicher Nordrhein-Westfalen-Teil sowie eine Weiterentwicklung der Regionalausgabe Nord finanziert werden.

«Das ist keine Sanierungsinvestition», so Ruch. Im Augenblick gehe es der Zeitung vergleichsweise gut. Wie der Rest der Branche leide allerdings auch die «taz» unter dem schwachen Anzeigenmarkt. «Das trifft uns aber weit weniger als die anderen, weil wir weniger Anzeigen haben.» Das gegenwärtige Genossenschaftsmodell reiche aber nicht aus, um Entwicklungsideen voranzutreiben. Gesucht würden deshalb 1000 Investoren, die je mindestens 5000 Euro geben. Zeichnungsbeginn für die neue Gesellschaft sei der 17. April. Bis zum Herbst will die «taz» die erste Million zusammen haben. Die tägliche Ausgabe des bisher nur wöchentlich erscheinenden NRW-Teils - so der Plan - könnte dann Anfang November starten. Zudem soll die Auflage der von der «taz» verlegten deutschen Ausgabe der französischen Monatsschrift «Le Monde diplomatique» gesteigert werden. Ein Blick in die «taz»: http://www.taz.de/pt/.nf/home