Unter dem Titel «Werbung im Dienst der Gesellschaft: Information oder Verführung?» trafen sich die kommerziellen Werbeverbände am Freitag in Neuenburg zu ihren Mitgliederversammlungen.
Der Dachverband Schweizer Werbung (SW) lud Bundesrat Johann Schneider-Ammann ein, der in seiner Rede den US-Publizisten Vance Packard zitierte: «Werbung ist die Kunst, aufs Herz zu zielen und die Brieftasche zu treffen.» Werbung sei nicht nur Information, sie setze auch ganz bewusst Emotionen ein.
Man habe am «Tag der Werbung» erstmals auf den gesellschaftlichen Wert der Werbung fokussiert, erklärte SW-Verbandspräsident Filippo Lombardi (CVP), der zur Zeit auch Ständeratspräsident ist: «Ich glaube, dass es für unsere Mitglieder - Werbeauftraggeber, Werbeagenturen und Medien - wertvoll war, wieder einmal zu reflektieren, welche Bedürfnisse die Konsumentinnen und Konsumenten effektiv haben. Wir dürfen den Bogen sicher nicht überspannen, haben jedoch das legitime Recht und die Pflicht, die Gesellschaft über Produkte und Dienstleistungen zu informieren - klar, dass dazu immer auch ein wenig Verführung gehört.»
Zum gesellschaftlichen Sinn der Werbung äusserten sich in Referaten unter anderem: Katja Gentinetta, Babette Sigg (CVP), Präsidentin des Konsumentenforums kf, und Rolf Helfenstein, Managing Director von Jung von Matt/Limmat.
Anschliessend führten an einer Podiumsdiskussion CVP-Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach, Präsidentin der Schweizerischen Lauterkeitskommission, Babette Sigg, Werber Michael Kamm von der Agentur Trio, und SW-Vorstandsmitglied Christian Merk von der Zurich Insurance Company das Gespräch weiter.
Nebst der 88. Mitgliederversammlung der Schweizer Werbung im Hotel Beaulac tagten am Neuenburgersee auch das Ausbildungszentrum für Marketing und Werbung (Sawi), die Stiftung Werbestatistik Schweiz und PS Publicité Suisse.