Das Swisspeaks-Festival in New York vermag nach Ansicht von Generalkonsul Raymond Loretan trotz widriger Umstände Akzente zu setzen. Als Vorsitzender von Swisspeaks freut er sich besonders über die rege Teilnahme der Amerikaner an den Events. Über 100 Projekte aus den Bereichen Politik, Kultur, Lifestyle, Bildung und Business gehen bis Ende April über die Bühne. Loretan, der sich bemüht, alle Veranstaltungen zu besuchen, hat dabei eine «facettenreiche, provokative und avantgardistische Schweiz» gesehen. Dank der Zusammenarbeit mit New Yorker Institutionen vermeldeten bisher die meisten Anlässe gute Besucherzahlen.
Die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit lässt sich in der 8-Millionen-Stadt aber kaum erreichen. Die New Yorker Medien haben das Festival bisher weitgehend ignoriert. Bundespräsident Pascal Couchepin war zur Eröffnung des Festivals zwar kurz am Fernsehen zu sehen, wurde aber fast nur zur Situation im Irak befragt. Die «New York Times» berichtete bisher einmal über eine Veranstaltung, die anderen New Yorker Tageszeitungen brachten bestenfalls eine Vorschau. Die schweizerische Nachrichtenagentur sda befragte 20 zufällige Passanten am Broadway in Manhattan, wenige Schritte vom Swiss Institute entfernt. Nur zwei von ihnen hatten schon vom Festival gehört, Veranstaltungen hatten aber auch sie bisher nicht besucht.
Das wöchentliche Trend-Magazin «Time Out» bezeichnete die Konzertserie mit Schweizer Musikern im Club «Tonic» zwar als «eines der innovativsten Programme» des Lokals, die Besucherzahlen waren aber bescheiden. Zu den Höhepunkten des Festivals zählen bisher die Retrospektive des Malers Adolf Wölfli, das Spektakel «Hashirigaki» des Théâtre Vidy-Lausanne sowie eine Designausstellung, die daran erinnerte, dass Le Corbusier, Chevrolet und Swatch aus der Schweiz stammen. Mitte Mai wird das Organisationskomitee eine Schlussbilanz ziehen.
Dienstag
08.04.2003