Die Südostschweiz Medien haben in der letzten Woche das Projekt «Zentralisierung Zeitungsproduktion» gestartet. Im Rahmen dieses Projektes wird ein grosser Teil der Druckvorstufe von Glarus nach Chur verlegt. Über die Jahre seien gewisse Parallelstrukturen und Doppelspurigkeiten entstanden, teilten die Südostschweiz Medien mit. Nun kommt es zu einem Stellenabbau: Das Medienhaus kündigt neun Mitarbeitern, weitere Stellen werden ohne Entlassungen gestrichen.
«An beiden Standorten sind ca. 800 Stellenprozente betroffen, bestehend aus Kündigungen und Pensenreduktionen», sagte Andrea Masüger, CEO der Südostschweiz Medien, am Dienstag gegenüber dem Klein Report. «Dabei sind die Standorte Glarus und Chur etwa in gleichem Umfang betroffen.» Die Pensenreduktionen machen laut Mitteilung 140 Stellenprozente aus.
Ohne Kündigungen wäre das Projekt laut Masüger nicht realisierbar gewesen. «Hätten wir diese Massnahmen vor ein oder zwei Jahren eingeleitet, wären mehr Kündigungen nötig gewesen», sagte er. «So weit als möglich versuchten wir, die Folgen mit bereits erfolgten natürlichen Abgängen zu mildern. Namentlich Frühpensionierungen waren aufgrund der Mitarbeiterstruktur aber nicht möglich. Andererseits konnten wir nicht noch mehrere Jahre zuwarten, bis sich allfällige natürliche Abgänge einstellen.» Mit der Neuausrichtung der Zeitungstechnik im Hinblick auf konvergente Publikationsformen habe man jetzt beginnen müssen.
Bis im August soll das Projekt, dessen Vorbereitung Anfang Jahr startete, abgeschlossen sein. Sechs Arbeitsplätze werden in dessen Rahmen von Glarus nach Chur verschoben. Damit soll auch der Aufgabenbereich der Druckvorstufe neu definiert werden. «Der klassische Druckvorstufenbereich verschiebt sich vom Berufsbild her in Richtung des redaktionellen Newsrooms, die Anforderungen an Polygrafen wandeln sich vom `Setzer` zum multimedialen Techniker, der auch Grafiken, Internetanwendungen und Weiteres beherrschen muss», heisst es.
Einigen Mitarbeitern würden deshalb neue Aufgaben zugewiesen, welche «für das künftige Arbeiten im Newsroom notwendig sind». Davon seien sieben Mitarbeiter betroffen, so Masüger. «Sie werden intern auf die neuen Aufgaben vorbereitet.» In der künftigen News Zone, der Fortführung des Newsrooms in den neuen Räumlichkeiten in Chur, sollen alle Redaktionen konvergent zusammenarbeiten. «Ausserdem wird dort die bisherige Druckvorstufe angesiedelt sein, welche in engem Kontakt mit den Redaktionen die Zeitungen herstellt», sagte Masüger.
Die Einsparungen, die mit dem Projekt gemacht werden können, sind laut den Südostschweiz Medien notwendig, weil sich die Ertragslage im Mediengewerbe wegen sinkender Inserateeinnahmen und rückläufiger Abonnentenzahlen der Zeitungen verschlechtert habe. Neben dem Abbau der parallelen Strukturen in Chur und Glarus spart das Unternehmen deshalb auch bei der Korrektur.
«Zahlreiche Zeitungen haben die Korrekturleistungen in den letzten Jahren reduziert», so Masüger. «Bei den SOM wird eine sehr aufwendige Korrektur mit mehreren Durchgängen (Erstkorrektur, Revision, Zweitkorrektur) durchgeführt, die angesichts von neuen Korrekturprogrammen nicht mehr zeitgemäss ist.» Die Korrekturleistungen würden vereinfacht und vor allem dort erbracht, wo redaktionelle Texte unter Zeitdruck entstünden. «Die Redaktion wird bei weniger aktuellen Texten künftig mehr Selbstverantwortung für Rechtschreibung etc. tragen müssen.»
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