Das deutsche Bundesland Hessen wird mit einer Bürgschaft die Sanierung der finanziell angeschlagenen «Frankfurter Rundschau» (FR) unterstützen. Der Bürgschaftsausschuss des Landes habe über einen Antrag des Druck- und Verlagshauses positiv entschieden, sagte der hessische Regierungssprecher Dirk Metz (CDU) im Frankfurter Presseclub. Zur Höhe der Bürgschaft wollte Metz nichts sagen. Nach dpa-Informationen wird aber eine Kreditsumme im unteren zweistelligen Millionenbereich abgesichert. Sowohl Verleger als auch Gewerkschaften begrüssten die Entscheidung aus Wiesbaden.
Die von dem überregionalen Traditionsblatt mit einer Auflage von rund 185 000 Exemplaren angestrebte Bürgschaft hatte Anfang März auch deshalb für Diskussionen gesorgt, weil die linksliberale Zeitung als einer der schärfsten Kritiker der CDU-Regierung von Roland Koch gilt. Metz betonte, dass bei der FR 1150 Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden. «Es geht hier nicht um eine willkürliche Massnahme, ob einem die Zeitung gefällt oder nicht», sagte er wörtlich. Der Antrag sei wie bei Bürgschaften für Unternehmen anderer Branchen vom Ausschuss, in dem auch mehrere Vertreter der Kreditwirtschaft sitzen, geprüft worden. Die Diskussion über die Bürgschaft nannte Metz «ulkig», als ob es darum ginge, «ob der letzte Kommentar der FR dem Ministerpräsidenten oder dem Finanzminister gefällt».
Donnerstag
17.04.2003