Beim Presserat sind im vergangenen Jahr 95 Beschwerden eingegangen. Eine höhere Zahl wurde zum letzten Mal im Jahr 2003 mit 103 Beschwerden erreicht. Auf die Deutschschweiz entfielen 78, auf die französische Schweiz zwölf und auf die italienische Schweiz fünf Beanstandungen. Mit 78 verabschiedeten Stellungnahmen erreichte der Presserat einen neuen Rekord.
Am meisten angerufen wurde die Ziffer 3 der «Erklärung». Von den 27 Beschwerden zu diesem Punkt entfielen zehn auf die Anhörung bei schweren Vorwürfen, neun auf Entstellung von Informationen, vier auf Quellenbearbeitung und je zwei auf Unterschlagung von Informationen und den Umgang mit Illustrationen oder Archivbildern. Danach folgt Ziffer 7 mit 26 gerügten Verletzungen und die Ziffer 1, die Gegenstand von 20 Beschwerden war.
Presserats-Präsident Dominique von Burg sprach im Jahresbericht den Umgang mit den Stellungnahmen an. Die Redaktionen hätten im letzten Jahr vermehrt über sie betreffende Stellungnahmen berichteten. Nach wie vor hätten aber Medien in sieben Fällen nicht über einen Entscheid berichtet, in dem sie der Presserat rügte.
Der Stiftungsrat hat deshalb beschlossen, dass der Presserats-Präsident in seinem Jahresbericht von nun an jeweils aufführt, in welchen Fällen die Abdruckspflicht verletzt worden ist. Im Jahr 2012 war dies dreimal beim «Blick», zweimal bei der «Weltwoche», und je einmal bei «20 Minuten», RSI, «Corriere del Ticino» und «Giornale del Popolo» der Fall.
Ebenfalls nicht abgedruckt wurden acht Stellungnahmen, in denen der Presserat für die Medien positive Entscheide gefällt hatte. Auch hier wünscht sich der Presserat «zumindest eine kurze Zusammenfassung».