Bei Schweizer Radio DRS steht nach dem Um- und Ausbau des Programms Konsolidierung im Vordergrund. Der nächste Programmschritt sei für das Jahr 2004 geplant, sagte Radiodirektor Walter Rüegg am Mittwoch. Ziel sei es, die Unterscheidbarkeit des Angebots weiter zu verbessern. Profilierungsmöglichkeiten gebe es vor allem in den Bereichen Kultur und Information. Rückgängig gemacht wird der umstrittene letztjährige Entscheid, die Musik-Spezialsendung «Sounds» von DRS 3 auf den nur über Kabel empfangbaren Jugendsender Virus zu verbannen. Ab 2. Juni wird «Sounds» parallel auf beiden Sendern ausgestrahlt, also auch wieder auf dem über UKW empfangbaren DRS 3.
Auf DRS 3, dem Sender, der im Herbst seinen 20. Geburtstag feiert, sollen in den Mittags- und Vorabendzeiten die Informationsleistungen wieder ausgebaut werden. Zudem werde DRS 3 «origineller, nützlicher und vielfältiger» und seinem Auftrag, sich der zeitgenössischen Musikkultur zu widmen, treu bleiben, versprach der Radiodirektor. Die letztes Jahr eingeführten neuen Informationsangebote auf allen Sendern sind laut Rüegg vom Publikum «sehr gut aufgenommen» worden. Auch habe sich die Befürchtung nicht bewahrheitet, dass die Informationslage am Wochenende für die anspruchsvolle Informationssendung «Echo der Zeit» zu dünn sei. Ein Revival feiert die Kultsendung «Schreckmümpfeli». Die Kurzhörspiele als nächtliche Gruselüberraschung würden wieder ins Programm genommen, neu auf DRS 1 und DRS 3.
Quantitativ wird das Radio-DRS-Angebot in den nächsten Jahren nicht ausgebaut. Ein Infokanal, wie ihn die Westschweizer Kollegen planten, sei nicht in der Pipeline, sagte Rüegg. Auch werde SR DRS kein Konzessionsgesuch für ein Jugendradio in Zürich einreichen. Weder politisch noch von den UKW-Frequenzen her sieht Rüegg eine Chance für eine Konzession in der Deutschschweiz. Die Beschränkung auf vier Programme «in der Luft» (DRS 1 bis 3 und Musigwälle 531) sei allerdings ein Minimum für einen Service public - auch im europäischen Vergleich. Eine terrestrische Verbreitung wäre nach Ansicht von Rüegg allerdings auch bei Virus nötig.
Mittwoch
09.04.2003