«Trotz massiven Einschüchterungsversuchen von PostAuto Schweiz AG sind rund 300 Chauffeusen und Chauffeure von privaten Postautounternehmen (PU) dem Aufruf der Gewerkschaft syndicom gefolgt und haben am Donnerstag ihren Dienst in einem blauen statt dem regelkonformen gelben Hemd angetreten», schreibt die Gewerkschaft syndicom in einer Medienmitteilung.
Unter dem Slogan «Ich bin kein PostAuto» wurde so auf massive Unterschiede bei Lohn und Anstellungsbedingungen zwischen dem Personal der PU und der Regiebetrieben der PostAuto Schweiz AG aufmerksam gemacht. Die Gewerkschaft wertet den Aktionstag als Erfolg. Einige lokale Unternehmen versuchten auf massiven Druck von PostAuto Schweiz AG noch am Morgen ihre Angestellten einzuschüchtern, indem sie mit Verwarnungen drohten.
Die Forderungen des nationalen Aktionskomitees des Fahrpersonals der PU und der Gewerkschaft syndicom sind schon lange bekannt: Das Personal der privaten Unternehmen soll dem gleichen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellt werden wie das Personal der Regiebetriebe von PostAuto Schweiz AG.
Das würde bedeuten, dass Lohnunterschiede von bis zu einem Monatslohn pro Jahr, andere Zulagen sowie Ferien- und Pausenregelung vereinheitlicht werden müssten. «Für die gleiche Arbeit sollen die gleichen Anstellungs- und Lohnbedingungen gelten», schreibt die Gewerkschaft syndicom.
Am Donnerstag haben über 300 Chauffeusen und Chauffeure ihren Dienst im blauen Hemd angetreten. 200 Hemden waren bereits im Vorfeld verschickt worden, 200 weitere wurden vor Ort verteilt. Auf den Bussen wurden zudem Kleber und Kleinplakate angebracht. Den Fahrgästen wurden Info-Flyers verteilt. Besonders gut war die Beteiligung im Bündnerland, im Jura und im Tessin. Zurückhaltender war die Reaktion im Mittelland. Im Unterwallis haben die privaten Postautochefs mit massivem Druck und Drohungen das Personal bei Dienstantritt vor Ort eingeschüchtert, so die Gewerkschaft.
«Die Fahrgäste von PostAuto konnten für die Anliegen des Personals sensibilisiert werden und zeigten grosses Verständnis für die sympathische `Kampfmassnahme`, welche ja weder die Zuverlässigkeit noch die Qualität der Dienstleistung des Postautopersonals in Frage stellte. Diese Haltung wurde auch in verschiedenen Online-Kommentaren bestätigt», schreibt die Gewerkschaft.
Viele private Postautounternehmen haben besonnen und zurückhaltend reagiert. syndicom geht davon aus, dass sich in einigen Regionen die Gemüter zudem wieder beruhigen werden. Sollten wirklich Verwarnungen ausgesprochen werden, werde syndicom in jedem einzelnen Fall intervenieren.
An die Adresse von PostAuto Schweiz AG richtet syndicom nach diesem Aktionstag folgenden Apell: Statt sich vordergründig um den Markenschutz Sorge zu machen, wäre es jetzt endlich an der Zeit, etwas für das Image als gerechte Arbeitgeberin zu tun.