Am 27. Juni steht in St. Gallen die Generalversammlung der Pro Litteris, der schweizerischen Genossenschaft für Urheberrechte an Literatur und Kunst, vor der Tür: Der aktuelle Präsident Stefan Keller (68) steht wegen der Amtszeitbeschränkung nicht mehr zur Wahl.
Der Klein Report hat sich im Vorfeld kurz mit ihm über seine Nachfolger, über seine rückblickend schönste sowie unangenehmste Erfahrung und über seine Zukunftspläne unterhalten.
«Der Generalversammlung wird Ende Juni ein Co-Präsidium vorgeschlagen: Alexandra Maurer aus Genf und Thomas Kramer aus Zürich, die bisher als Vizepräsidium amtierten. Im Vorstand - oder wie er neu heissen wird: Verwaltungsrat - wird die Historikerin und Journalistin Lea Haller aus Sonvilier für meinen Sitz kandidieren», sagt Keller zum Klein Report.
Auf die Frage des Klein Reports, was rückblickend die schönste Erfahrung während seiner Tätigkeit war, antwortet Stefan Keller: «Die schönste Erfahrung war, dass wir - Vorstand und Geschäftsführung - in diesen acht Jahren Pro Litteris wirklich erneuern konnten. Pro Litteris ist heute gut aufgestellt, besser organisiert, präsenter, hat einen ausgezeichneten Ruf, nicht nur bei den Mitgliedern, die Umsätze halten sich, die Verwaltungskosten sind stark gesunken und bewegen sich in einem vertretbaren Rahmen.»
Nicht so gern blickt Keller auf die letzten Auseinandersetzungen um einige Hinterlassenschaften der früheren Geschäftsleitung, die gerichtlich geklärt werden mussten, zurück. «Mir selber unangenehm war auch ein inzwischen längst beigelegter Konflikt mit den Bibliotheken im Rahmen des Urheberrechts. Ich bin ein intensiver Bibliotheksbenutzer und Liebhaber von Büchersammlungen.»
Stefan Keller freut sich auf seine Zukunft, denn vielleicht plane er noch zwei, drei Bücher zu schreiben und den Sommer möglichst in seinem Obstgarten im Kanton Jura zu verbringen. Dort hält er auch Bienen.
Ausserdem ist er weiterhin in einzelnen zivilgesellschaftlichen Vorständen und Präsidien engagiert und schreibt Kolumnen für das St. Galler Kulturmagazin «Saiten».




