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Dienstag
03.03.2026

Medien / Publizistik

Fühlt sich als Bürgerlicher im rotgrünen Zürich nicht allein: Avdili rechnet sich gute Wahlchancen aus...    (Bild: zVg)

Fühlt sich als Bürgerlicher im rotgrünen Zürich nicht allein: Avdili rechnet sich gute Wahlchancen aus... (Bild: zVg)

Der Zürcher FDP-Stadtrats- und Stadtpräsidiumskandidat Përparim Avdili kritisiert im Interview mit dem Klein Report die Berichterstattung über Wahlkampfbudgets, spricht von fehlender journalistischer Einordnung – und wirft insbesondere linken Parteien vor, Transparenz selektiv zu leben.

Herr Avdili, der «Tages-Anzeiger» schreibt, die FDP habe rund eine Million Franken für Wahlplakate ausgegeben, Sie persönlich etwa 300’000 Franken. Was sagen Sie dazu?


Përparim Avdili: «Diese Darstellung ist falsch und bedient ein linkes Narrativ. Dass eine bürgerliche Partei breite Unterstützung erhält – auch finanziell – wird in ein dubioses Licht gerückt. Dabei ist es ein gutes Zeichen, wenn viele Menschen eine Kampagne unterstützen.»

Sie kritisieren aber nicht nur die SP, sondern explizit auch die Medien. Weshalb?

Avdili: «
Die seitens der anderen Parteien kommunizierten Budgets werden praktisch nicht hinterfragt. Dabei übernimmt beispielsweise der «Tages-Anzeiger» ungefiltert die Parteikommunikation der SP, anstatt selbst zu recherchieren und einzuordnen.»

Was wäre denn journalistisch sauberer gewesen?

Avdili: «
Wer sich mit politischer Werbung auskennt, weiss: Es gibt Polit-Rabatte, es gibt Gratisflächen, und Wahlkampf findet längst nicht nur auf Plakaten statt. Online-Ausgaben, Flyer, Hausverteilungen, personelle Ressourcen – all das gehört dazu. Wenn man Transparenz will, muss man alle Kanäle und einen längeren Zeitraum betrachten.»

Sie werfen der SP konkret Intransparenz vor?

Përparim Avdili: «Ja. Die SP kommuniziert unredlich. Einerseits predigt sie Transparenz, gleichzeitig finanziert sie Wahlwerbung über Umwege – etwa mit Kampagnen gegen nationale Initiativen, die gleichzeitig ihre Kandidierenden bewerben. Das wird medial jedoch kaum thematisiert.»

Hat das auch mit der Parteistrategie zu tun?


Avdili: «Absolut. Die FDP hat unter dem Jahr ein tiefes Grundrauschen und finanziert sich primär über Mitgliederbeiträge. Die SP hingegen schöpft massiv aus Mandatsabgaben. Ein SP-Stadtrat zahlt über 20’000 Franken pro Jahr in die Parteikasse, bei uns sind es symbolische Beträge.»

Fühlen Sie sich als bürgerlicher Kandidat im Wahlkampf allein?


Përparim Avdili: «Überhaupt nicht. Ich erhalte täglich viel Unterstützung. Wer mit offenen Augen durch Zürich geht, spürt, dass viele genug haben von dieser politischen Monokultur. Das linke Lager versucht mit Falschbehauptungen über unsere Wahlkampffinanzierung vom eigenen politischen Versagen abzulenken.»

Ein Thema waren auch beschädigte FDP-Plakate. Was steckt dahinter?


Avdili: «Das ist politische Intoleranz. Andere Meinungen werden nicht akzeptiert. Besonders auffällig ist das bei der AL, die gleichzeitig wild plakatiert und sich nicht an Regeln hält. Wir zahlen für legale Flächen – und müssen sie ständig erneuern, weil sie beschädigt werden.»

Wie blicken Sie auf den Wahlausgang?

Përparim Avdili: «
Ich bin optimistisch, dass es im Parlament zu mehr Vielfalt kommt. Bei den Stadtratswahlen hängt viel vom Blockdenken ab. Aber der Wunsch nach Veränderung ist spürbar.»

Ihr Tipp zum Schluss: Wie viele FDP-Sitze werden es?

Avdili: «Mindestens zwei. Und über das Stadtpräsidium entscheiden wir im zweiten Wahlgang am 10. Mai.»