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Montag
09.03.2026

TV / Radio

Ist seinen Job los: ORF-Generaldirektor Roland Weissmann... (Bild: ORF)

Ist seinen Job los: ORF-Generaldirektor Roland Weissmann... (Bild: ORF)

Der überraschende Rücktritt von Roland Weissmann sorgt beim ORF für Turbulenzen. Am Sonntag legte der Generaldirektor sein Amt nieder, nachdem Vorwürfe sexueller Belästigung einer Mitarbeiterin bekannt geworden waren.

Der Vorsitzende des ORF-Stiftungsrats, Heinz Lederer, verteidigte am Montag im Ö1-Mittagsjournal das Vorgehen der Führungsspitze: Bei Übergriffen gebe es «null Toleranz». Es sei «ein schwieriger Tag für den ORF», sagte Lederer, dem die Situation für die Belegschaft Leid tue.

Weissmann bestreitet die Vorwürfe. Sein Anwalt kündigte rechtliche Schritte an und verweist darauf, dass sein Mandant die Anschuldigungen zurückweise. Lederer erklärte hingegen, es gebe Schrift-, Ton- und Bildmaterial, das den Vorwurf darstellen lasse. Wie belastbar diese Dokumente seien, müsse nun Weissmann klären. Laut Lederer habe der ORF-Chef den Rücktritt freiwillig eingereicht – allerdings sei er im Sinne des Unternehmens um eine rasche Lösung gebeten worden.

Gemeinsam mit seinem Stellvertreter im Stiftungsrat, Gregor Schütze, habe er Weissmann zuvor eine Frist von 48 Stunden gesetzt, um sich mit dem Anwalt der betroffenen Mitarbeiterin zu verständigen. Nachdem diese Gespräche zu keinem Ergebnis geführt hätten, sei am Sonntag das schriftliche Rücktrittsschreiben eingelangt. Weissmann wurde mit sofortiger Wirkung beurlaubt.

Kritik kommt aus der Politik: Peter Westenthaler, FPÖ-Mitglied im ORF-Stiftungsrat, sprach von einem Alleingang Lederers und Schützes und forderte deren Rücktritt.

Lederer wies den Vorwurf zurück. Der Stiftungsrat habe eine doppelte Aufgabe: Betroffene «mit aller Kraft» zu schützen und gleichzeitig die Vorwürfe aufzuklären. Über weitere Schritte – etwa die Modalitäten der Beurlaubung – will der Stiftungsrat am Donnerstag beraten.