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Mittwoch
19.06.2013

Albert P. Stäheli gibt den CEO-Posten per 1. Oktober 2013 an Veit Dengler ab. Im Interview mit dem Klein Report erklärt Stäheli, weshalb er den Posten nicht bis zur Pensionierung innehaben wird und wieso er den ehemaligen Groupon Senior Vice President für die richtige Wahl hält.

Klein Report: Wieso erfolgt der Wechsel ein Jahr vor Ihrer Pensionierung?
Albert P. Stäheli: «Die kurzfristige Verfügbarkeit meines Nachfolgers ist für meinen geplanten Abgang eine ideale Voraussetzung, um in der Übergangszeit nicht allzu lange als «lame duck» operieren zu müssen. Auf diesem Weg lässt sich eine harmonische Übergabe von Dossiers und Projekten gewährleisten. Ich werde ab Oktober bis zum Erreichen meines Pensionsalters Ende 2014 strategische Projekte übernehmen und den VR-Präsidenten sowie den neuen CEO unterstützen.»

Klein Report: Hätten Sie gerne noch ein Jahr angehängt und bis zur Pensionierung die NZZ geleitet? Fällt Ihnen der (stufenweise) Rückzug aus der NZZ und dem Journalismus schwer?
Stäheli: «Nein. Es ist der ideale Zeitpunkt, und zwar für alle Beteiligten, und ich freue mich sehr über diese glückliche Lösung.»

Klein Report: Gibt es noch konkrete Ziele, die Sie bis zu Ihrer Pensionierung erreichen möchten?
Stäheli: «Ich möchte Veit Dengler in Ruhe die offenen Dossiers übergeben und unter anderem das Eigenregieprojekt der NZZ-Mediengruppe erfolgreich umsetzen und bis Ende 14 zum Abschluss bringen.»

Klein Report: Veit Dengler war in Führungspositionen verschiedener Firmen im Telekommunikationsbereich und Onlinebereich tätig, war bisher aber im Gegensatz zu Ihnen nur kurze Zeit im Bereich Journalismus tätig. Gibt es keine fachlichen Bedenken?
Stäheli: «Veit Dengler ist eine ausgewiesene Führungspersönlichkeit mit eindrücklichem Leistungsausweis. Seine Stärken liegen in der team- und ergebnisorientierten Führung und in seiner Wertschätzung und Leidenschaft für die Leistungen der Medien. Zudem verfügen wir in unserer Unternehmensleitung über exzellente Branchenkenntnisse. Ich bin überzeugt, dass sich Veit Dengler aufgrund seiner Neugierde und seines grossen Engagements sehr schnell in die Themen der Branche einarbeiten wird.»

Klein Report: Ist die Ernennung von Herrn Dengler ein Zeichen, dass die NZZ ebenfalls wie andere Schweizer Medienhäuser vermehrt im Internetgeschäft aktiv wird, auch ausserhalb journalistischer Leistungen?
Stäheli: «Die NZZ-Mediengruppe steht wie alle Medienunternehmen in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Der Verwaltungsrat hat sich gezielt für eine Führungspersönlichkeit entschieden, welche die digitale Zukunft des Unternehmens gestalten und gleichzeitig die langjährige Tradition der NZZ bewahren wird. Die Stärke der NZZ-Mediengruppe sind ihre Qualitätsprodukte, allen voran die «Neue Zürcher Zeitung». Ohne zu vergessen, dass das Printgeschäft immer noch unsere wichtigste Ertragsquelle ist, müssen und werden wir die Herausforderungen der digitalen Zukunft annehmen.»