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Mittwoch
09.04.2003

Ein halbes Jahr nach dem Geiseldrama im Moskauer Musical-Theater Nord-Ost hat sich die russische Presse einen neuen Kodex für die Berichterstattung über Terroranschläge gegeben. Die führenden Fernseh- und Radiosender sowie Nachrichtenagenturen des Landes unterzeichneten am Dienstag in Moskau das Papier, das gewisse Selbstbeschränkungen in Krisensituationen vorsieht. Bei einem Terrorakt hätten «die Rettung von Menschen und das Menschenrecht auf Leben Vorrang vor allen anderen Rechten und Freiheiten», hiess es darin. Die russischen Journalisten verpflichteten sich dazu, nicht auf eigene Faust mit Terroristen Interviews zu führen und ihnen damit eine Plattform zu geben, sondern nur in Absprache mit den Sicherheitskräften. Berichte über das Vorgehen der Sicherheitskräfte wurden nicht verboten, Details sollten aber vermieden werden.