Wo steht man in den Verhandlungen nach dem Warnstreik der dpa-Beschäftigten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vom vergangenen Freitag?
Der Klein Report wollte vom Leiter der Konzernkommunikation wissen, was bisher das Fazit der Nachrichtenagentur ist. «Bis auf einige wenige Einschränkungen und Verzögerungen hat die dpa alle wichtigen Themen der Berichterstattung abdecken können», sagte Jens Petersen.
800 Angellte wurden zum Streik aufgerufen. Bestreikt wurde die dpa, ihre Landesbüros, der Berliner Newsroom und die dortigen Tochtergesellschaften wie Infocom. Ziel des Warnstreiks vom 20. März war unter anderem, Bewegung in die ins Stocken geratene Tarifverhandlung zu bringen.
Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Erhöhung der Gehälter um einen monatlichen Festbetrag von 250 Euro für 2026 und für 2027 eine Erhöhung um 2,5 Prozent mit einer Laufzeit von 18 Monaten, wie sie im Vorfeld ankündigte.
Das letzte Angebot der dpa-Geschäftsführung aus der zweiten Verhandlungsrunde sehe für das laufende Jahr eine prozentuale Erhöhung um 2,3 Prozent vor – oder alternativ eine Erhöhung der Gehälter einheitlich um einen Festbetrag von 110 Euro und für das Jahr 2027 eine Erhöhung um 2,5 Prozent. Bis zur letzten Verhandlungsrunde am 17. März habe der Nachrichtenkonzern «keine weitergehenden Angebote an die Beschäftigten der Nachrichtenagentur gemacht», so Verdi zur Situation.
In der Schweiz bezieht Keystone-SDA nach eigenen Angaben «im deutschsprachigen Dienst im Durchschnitt rund einen Drittel» von der dpa, wie CEO Hanspeter Kellermüller gegenüber dem Klein Report in einem Interview im Februar sagte. Die dpa-Meldungen würden jeweils durch die Fachredaktionen ’eingeschweizert’ und dem Schweizer Leserbedürfnis angepasst.
Inwieweit die Schweiz von den Ausfällen betroffen war, konnte Jens Peterson nicht sagen: «Dazu können wir nichts sagen, da hier die Geschäftstätigkeit von Keystone-sda betroffen ist.»
Oder gab es Ausweichszenarien? «Dazu können wir nichts sagen, da hier die Geschäftstätigkeit von Keystone-sda betroffen ist», so der Kommunikationsleiter am Montag stakkatoartig gegenüber dem Klein Report.
Und was erwartet die dpa von der fünften Tarifverhandlungsrunde am 27. März 2026 in Berlin? «Die Geschäftsführung hofft, zu einem Tarifabschluss zu gelangen, der den wirtschaftlichen Möglichkeiten der dpa entspricht. Gleichzeitig müssen sich darin auch die Entwicklungen am Markt und in der Branche widerspiegeln», erklärte Jens Petersen abschliessend.
Matthias von Fintel: «Der erste ganztägige Streik bei der dpa war ein mutiges Signal der dpa-Beschäftigten, an dem sich über 300 Kolleginnen und Kollegen am vergangenen Freitag beteiligt haben. Solidarisiert haben sich auch die Volontärinnen und Volontäre sowie viele Freie Fotografinnen und Fotografen, die im Auftrag der dpa zum Einsatz kommen sollten», sagte der Verhandlungsführer bei Verdi auf Nachfrage des Klein Reports am Dienstag.
«Die Auswirkungen waren erheblich. Das wurde uns auch von Redaktionen, die dpa beziehen, mitgeteilt, und die ein geringeres Aufkommen von Nachrichtenprodukten beklagt haben. Insgesamt gehen wir nach Informationen aus der dpa davon aus, dass am Streiktag 1’600 Nachrichten weniger aus den Bereichen Text, Bild, Grafik, Video von der dpa herausgegeben werden konnten.»
Für den kommenden fünften Verhandlungstermin am 27. März «erwarten wir nun ein deutliches Entgegenkommen seitens der Geschäftsführung der dpa», so von Fintel.




