Im Zürcher Kulturhaus Kaufleuten knallen die Korken in eigener Sache: Die langjährige Grafikerin Clarissa Herbst darf den Auftritt der diesjährigen Biennale di Venezia 2026 gestalten.
Gemeinsam mit dem Grafikdesigner und Art Director Alex Sonderegger verantwortet sie das visuelle Konzept für das Rahmenthema «In Minor Keys» der grossen Kunst-Show, deren bisherige Kuratorin Koyo Kouoh im letzten Jahr überraschend verstarb.
Das Design von Herbst und Sonderegger greife auf das japanische Konzept des Komorebi zurück, «das das changierende und gefilterte Lichtspiel durch Blätter beschreibt und die Ruhe im Schatten eines Baumes vermittelt», heisst es in einer Mitteilung der Biennale vom Mittwoch.
Die subtilen Farbverläufe erzeugten ein Gleichgewicht zwischen Vergänglichkeit und Beständigkeit. Sichtbar wird dies auf Postern, Schildern und animierten Textilbannern.
Im Zürcher Kaufleuten prägt Clarissa Herbst das Design schon seit Urzeiten, konkret seit 1992. Damals gestaltete sie zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Jürg Leimbacher das erste Monatsprogramm.
«Gestylte, wilde, psychedelische Farbigkeit zeichnet sie mit einer Prise menschlicher Unvollkommenheit aus», schreibt das Kaufleuten über seine altgediente Grafikerin.
Den Zürcher Kulturfans ist wohl schon das Leporello-Programm in die Hände geraten. In dem Wickelfalz-Format verbindet sich Clarissa Herbsts Design mit der Kaufleuten-Agenda.
Dass die eigene Hausgrafikerin jetzt «die Weltbühne betritt», begeistert das Kaufleuten-Team. Vor lauter Freude verlost das Kulturhaus vier individuell gestaltete Grafikdesigns von Clarissa Herbst.



