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Montag
07.04.2003

Gerade in dem Land, in dem die Männer sonntags mit laut scheppernden Radios am Ohr promenieren gehen, um sportmässig auf dem Laufenden zu sein und wo kaum eine Sekunde vergeht, in der nicht laut telefoniert wird mit dem Handy - ciao, come stai? -, soll das laute Gespräch am Handy künftig gebüsst werden. Denn die italienischen Staatsbahnen sagen den gesprächsfreudigen Handy-Fans den Kampf an: Strafen bis zu 23 Euro drohen jenen Reisenden, die mit dem nervenden Gebimmel ihrer Handys oder ihren lauten Gesprächen - respektive Gesprächsfetzen - die Mitreisenden tyrannisieren. Das Zugpersonal kann die Strafen verhängen, wenn Beschwerden von Passagieren eingehen, wie italienische Medien am Montag berichteten.

Inzwischen arbeiten die Staatsbahnen am Projekt, auf ICE-Zügen Waggons einzuführen, in denen das Telefonieren verboten ist. Die Bahngesellschaft Trenitalia will diesen Schritt unternehmen, da täglich Beschwerden über laute Handygespräche eintreffen. Die Erfahrung zeige, dass Handy-Besitzer im Falle eines Anrufs nicht immer auf den Gang gingen, um in Ruhe zu telefonieren, betonte ein Sprecher der italienischen Bahnen. (Schön wäre das ja auch bei uns, das mit dem Gang.) Die wenigsten Fahrgäste stellen den Klingelton im Zug leiser. Immer mehr Passagiere würden sich vom Geschwätz der Telefonierenden belästigt fühlen. Auch die Regierung zeigte sich mit der Einführung von so genannten Ruhewagen, in denen die Benutzung von Mobiltelefonen unerwünscht ist, einverstanden.