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Montag
14.04.2003

«Reporter ohne Grenzen» hat den Einsatz bewaffneter Leibwächter von Journalisten in Kriegsgebieten kritisiert. Die Organisation bezog sich dabei auf die Schiesserei zwischen Bewaffneten und dem Leibwächter eines CNN-Teams in Tikrit. Das sei ein «gefährlicher Präzedenzfall», erklärte der Generalsekretär der Medienorganisation, Robert Ménard, am Sonntagabend in Paris. Es bestehe das Risiko, dass Kämpfer nun davon ausgingen, dass alle Kriegsreporter im Irak, aber auch anderswo, bewaffnet seien. Durch die mögliche Verwechslung mit Kämpfern würden die Journalisten allgemein gefährdet.

Das Fahrzeug eines Reporter-Teams des US-Fernsehsenders CNN war am Sonntag an einem Kontrollposten in Tikrit zweimal unter Beschuss geraten. Ein Leibwächter, der mit dem Team von Brent Sadler unterwegs war, erwiderte die Schüsse. Die Bilder wurden direkt übertragen. «Reporter ohne Grenzen»-Chef Ménard machte den Vorschlag, Journalisten in Krisengebieten könnten sich durch schusssichere Westen schützen und in gepanzerten Fahrzeugen reisen, sollten aber keine privaten bewaffneten Sicherheitsdienste anheuern.