Der Bund will die Subventionen an den Postzeitungsdienst um 30 Mio. Franken kürzen. Eine Untergruppe der Finanzkommission des Nationalrats hat einen neuen Schlüssel zur Verteilung der Subventionen vorgeschlagen. Dieser sieht vor, dass Zeitungen je höher die Auflage ist, entprechend weniger Unterstützung erhalten. Rabatte für die auflagenstarken Zeitungen von Coop, Migros und TCS sollen gestrichen werden. Dagegen protestierten die Verlage und auch die Post. Die Post befürchtet, dass die «Coop-Zeitung» und der «Brückenbauer» über andere Kanäle verteilt werden. «In diesem Fall müssten 600 Stellen abgebaut werden», sagte Postsprecher André Mudry. Auch die Verleger befürchten einen Stellenabbau. Die Massnahmen des Bundes seien zwar für die kleinen und mittleren Verlage interessant, die von höheren Subventionen profitieren könnten. Die Post müsse aber ihre Tarife erhöhen, wenn grössere Verlage auf andere Zustellsysteme ausweichen, meinen die Verleger. Dies bestätigt Mudry und doppelt nach: Eine Subventions-Kürzung könnte sogar Auswirkungen auf die Brieftarife haben. Die Verleger bevorzugen deshalb folgende Lösung: 50 Mio. Franken Direkthilfe für die lokale und regionale Presse. Die käme Zeitungen zu Gute, die mindestens eine Auflage von 30 000 Exemplaren haben und deren redaktioneller Teil mindestens 30% ausmacht. Weitere 50 Mio. soll die Post erhalten, damit diese den Service Public wahrnehmen könne. Auch dieser Vorschlag wurde vom Büro Ecoplan ausgearbeitet. Dieses ist im März vom Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation beauftragt worden, Verbesserungschvorschläge bezüglich der Subventionen auszuarbeiten. Die Verbilligung der Posttaxen für den Zeitungsversand wurde immer wieder kritisiert, weil sie die grossen Verlagshäuser und auflagenstarken Zeitschriften bevorteilt. Für eine neue Form der Presseförderung
Dienstag
13.11.2001