In den knapp drei Wochen seit Kriegsbeginn am 20. März sind bis zum Dienstag zehn Kriegsberichterstatter getötet worden, teilte «Reporter ohne Grenzen» am Dienstag mit. Bereits am zweiten Kriegstag kam der 39-jährige australische Kameramann Paul Moran bei einem Selbstmordanschlag im Norden Iraks ums Leben. Einen Tag später wurde der 50-jährige britische Kriegsreporter Terry Lloyd bei Basra durch Beschuss von US-geführten Truppen getötet. In Kurdistan kamen am 2. und 6. April die BBC-Mitarbeiter Kaveh Golestan und Kamaran Abdurazaq Muhamed ums Leben. Als erster US-Korrespondent, der an dem «Embedding»-Programm der amerikanischen Streitkräfte teilnahm, starb Michael Kelly am 4. April bei einem Unglück mit einem Militärfahrzeug. Ebenfalls «eingebettet» in die US-Streitkräfte waren der deutsche «Focus»-Reporter Christian Liebig und der Spanier Julio Anguita Parrado von der Zeitung «El Mundo». Der 35-jährige Deutsche und sein 32-jähriger Kollege wurden am 7. April in der Nähe von Bagdad bei einem irakischen Raketenangriff getötet. Sie hatten sich entschlossen, nicht mit anderen Kollegen ein Kommando ins Zentrum der Haupstadt zu begleiten. Ihre Einschätzung, es sei sicherer, im Hauptquartier zu bleiben, wurde ihnen zum Verhängnis. Bei einem Angriff auf die Gebäude von zwei arabischen Fernsehsendern in Bagdad wurde am 8. April ein Reporter des Nachrichtensenders Al Jazeera getötet. Der jordanische Korrespondent Tarik Ajoub hatte auf dem Dach des Hauses gestanden, als eine Rakete einschlug. Ebenfalls getötet wurden am Dienstag ein Journalist von Reuters und ein Kameramann. Das zentrale Journalistenhotel Palestine wurde wahrscheinlich von einer amerikanischen Panzergranate getroffen. Im 15. Stockwerk, in dem Reuters seine Büros hat, schlug die Granate ein. SF-DRS-Korrespondent Ulrich Tilgner, der im selben Stockwerk haust, ist laut einer sda-Meldung vom Dienstagnachmittag wohlauf.
Dienstag
08.04.2003