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Freitag
25.04.2003

CNN-Gründer Ted Turner wirft dem Medienmogul Rupert Murdoch Kriegstreiberei vor. «Er hat den Krieg gefördert», warf der AOL-Grossaktionär seinem Konkurrenten Murdoch vor. In einer Rede beim Commonwealth Club in San Francisco beklagte er überdies laut Spiegel online vom Freitag die zunehmende Medienkonzentration in den USA: «Zu wenigen Leuten gehört zu viel.» Zur Konkurrenz zwischen Murdochs Nachrichtensender Fox und dem von ihm gegründeten Sender CNN sagte Turner: «Nur weil deine Quote besser ist, heisst das nicht, dass du besser bist.» Fox hatte bei der Berichterstattung über den Irak-Krieg den Quoten-Wettbewerb gegen CNN gewonnen. Rupert Murdoch hatte dabei auf eine sehr positive Berichterstattung über den Krieg gesetzt.

Kritik an den amerikanischen Medien kam auch aus Grossbritannien. «Wir waren wirklich schockiert, als wir gehört haben, dass die grösste Radiogruppe der Vereinigten Staaten ihre Frequenzen dafür genutzt hat, Veranstaltungen für den Krieg zu organisieren», sagte Greg Dyke, Intendant der staatlichen britischen Rundfunkanstalt BBC, in Anspielung auf die US-Mediengruppe Clear Channel. Auch die «entschieden politische Haltung» von Rupert Murdochs «Fox News» habe ihn überrascht, sagte Dyke. In der Zeitung «Guardian» warnte er die britische Regierung vor einer Liberalisierung und damit «Amerikanisierung» des britischen Medienmarktes.

Dyke bestritt den Vorwurf der britischen Regierung, die BBC habe zu Irak-freundlich berichtet. Das sei «absurd», sagte er. «Wenn der Irak-Krieg irgend etwas bewiesen hat, dann, dass die BBC es sich nicht erlauben kann, Patriotismus und Journalismus zu vermischen. Das genau geschieht in den USA, und wenn es sich fortsetzt, wird es die Glaubwürdigkeit der elektronischen Nachrichtenmedien in den USA untergraben.»