Beim Kampf um Bagdad sind drei Fernsehjournalisten ums Leben gekommen. Der 35-jährige Taras Protsyuk und der 37-jährige José Couso wurde wurden getötet, als ein US-Geschoss im 15. Stock des Hotel Palestine im Zentrum der Stadt einschlug. Bei dem Angriff wurden drei weitere reuters-Mitarbeiter verletzt, wie die Nachrichtenagentur mitteilte. Der Korrespondent von Schweizer Fersehen DRS und Radio, Ulrich Tilgner, der im betroffenen Stockwerk lebt, blieb unverletzt. Der dritte Tote war ein Korrespondent des katarischen Fernsehsenders El Dschasira. Er starb am Dienstag als eine Rakete das Büro des arabischen Fernsehsenders traf. Am Dienstagabend erinnerten die Journalisten in Bagdad mit mehreren Schweigeminuten und brennenden Kerzen im Garten des Hotels an die beiden Kameraleute.
Das in New York ansässige Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) äusserte sich besorgt über den Tod der drei Reporter. Dies sehe man als einen Verstoss gegen die Genfer Konvention an, hiess es in einer Stellungnahme der Journalisten-Organisation. Auch die UNO bedauerten den Tod von Journalisten in Irak «Wir, die Vereinten Nationen, haben keine Macht, um zu helfen», sagte UNO-Chefsprecher Fred Eckhard. Die UNO könnte nur «moralische Unterstützung» anbieten und die kämpfenden Seiten aufrufen, das Leben und die Rechte von Zivilisten zu respektieren, sagte er.
Insgesamt starben damit seit Kriegsbeginn bei Kampfhandlungen bereits zehn Journalisten. Die betroffenen Medienunternehmen kritisierten die US-Armee scharf. US-Sprecher Vincent Brooks sagte dazu aus Katar, die US-Soldaten hätten das Feuer von Heckenschützen im Hotel erwidert. Dies wurde von den Journalisten im Hotel energisch verneint. Inzwischen konnten zwei von bewaffneten Irakern verschleppte polnische Journalisten während Kämpfen bei Nadschaf fliehen.
Dienstag
08.04.2003