Beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) sorgt der Umgang mit einem KI-generierten Beitrag im «heute journal» weiter für Turbulenzen.
Nachdem Inhalte einer internen Mitarbeiterbesprechung an die Öffentlichkeit gelangt waren, geht der Personalrat nun scharf auf Distanz zum unbekannten Hinweisgeber. Personalratsmitglied Hubert Krech wirft dem Whistleblower vor, «Tausenden von Kolleginnen und Kollegen ins Gesicht gespuckt» zu haben.
Auslöser der Debatte war ein Beitrag im «heute journal», in dem KI-generierte Bilder verwendet wurden, wie der Klein Report ausführlich berichtet hat. Inhaltlich ging es um Abschiebungen von Minderjährigen durch die ICE-Behörde in den USA.
In einer internen Online-Sitzung mit mehr als 1'000 Mitarbeitenden diskutierte der öffentlich-rechtliche Sender über den Vorfall. Laut veröffentlichten Ausschnitten des Portals «Nius» zeigte sich dabei ein unterschiedliches Stimmungsbild im Funkhaus.
Chefredaktorin Bettina Schausten nahm die Kritik am Sender und an seinen Nachrichtensendungen ernst. Moderatorin Dunja Hayali, die den Beitrag im «heute journal» anmoderiert und noch auf mögliche Gefahren im Netz bezüglich KI gewarnt hatte, äusserte sich in der Runde nicht.
Kurz nach der Ausstrahlung entschuldigte sich das ZDF und betonte, dass der Schlussredaktion des «heute journals» bei der Abnahme des Beitrags die KI-generierte Bildsequenz hätte auffallen müssen.
Dass nun Inhalte der internen Sitzung nach aussen gelangten, sorgt für zusätzlichen Ärger. Wie der «Der Spiegel» berichtet, wandte sich Personalrat Krech im Intranet des Senders direkt an den unbekannten Informanten. «Du hältst Dich für einen Helden, weil Du es dem ZDF und den Chefs mal so richtig gezeigt hast?», schrieb er und unterstellte dem Whistleblower, gezielt Medien mit Informationen versorgt zu haben, die «nur ein Ziel haben: ARD und ZDF zu schaden».
In seinem Beitrag, der laut «Spiegel» von 600 Mitarbeitenden mit einem Like versehen wurde, äusserte sich Krech noch deutlicher: Der Hinweisgeber sei für jene, die öffentlich-rechtliche Sender angreifen wollten, lediglich ein «nützlicher Idiot».
Der Konflikt und der Umgang mit Fehlern zeigen, wie angespannt die Stimmung beim ZDF nach der KI-Panne im «heute journal» derzeit ist – und wie schmal der Grat wird, wenn man mit KI-Instrumenten operiert.




