Content:

Dienstag
07.04.2026

Kino

Filmfestival «YESH» möchte keinen Film von Regisseur Samir zeigen...  (Bild: Dschoint Venture/zVg)

Filmfestival «YESH» möchte keinen Film von Regisseur Samir zeigen... (Bild: Dschoint Venture/zVg)

Stina Werenfels und Samir haben gemeinsam den Dokumentarfilm «Hirschfeld - Unbekannter Bekannter» gedreht.

Nach den ersten Vorstellungen haben bereits über 1’500 Menschen den Dok gesehen, der in Zürich, Bern und Biel im regulären Kino-Programm läuft.

In Bern, Schaffhausen und St. Gallen hat das Regie-Duo mit seinem Team von der Dschoint Ventschr Filmproduktion Theaterdramaturginnen oder Direktoren der jeweiligen Städte zu begleiteten Diskussionsrunden eingeladen.

Man bespricht und reflektiert Kurt Hirschfelds Biographie. «Geboren in einer religiösen Familie deutscher Juden, begann er sich schon in jungen Jahren mit Literatur zu beschäftigen. Anfang der dreissiger Jahre machte er sich in Deutschland einen Namen als Dramaturg. Als Kommunist und Jude, musste er vor den Nazis flüchten, wurde aber in der Schweiz zurückgewiesen», schreibt Dschoint Ventscher über die Geschichte eines engagierten Menschen des 20. Jahrhunderts.

Viel Erinnerungskultur für die Schweiz. In Basel habe sich das Kultkino geweigert den Film ins normale Programm aufzunehmen, wie Samir dem Klein Report sagte. Die Crew wich aus und konnte am 1. April im Basler Stadtkino vor ausverkauftem Haus den Dokumentarfilm doch noch zeigen.

Viel Erinnerungskultur für die Schweiz, viel verbockte Schweizer Erinnerungspolitik. Über Antisemitismus in der Schweiz und den Parallelen von damals und heute zu reden, fällt vielen Menschen sehr schwer.

Richtig gerumpelt hat es aber beim «YESH - dem jüdischen Filmfestival in Zürich». Samir und Stina Werenfels hatten «Hirschfeld - Unbekannter Bekannter» vergangenen November offiziell angemeldet. Die Ankündigung, dass die Biografie Anfang 2026 fertig werde, war dem Festival schon weit vorher mitgeteilt worden.

«Nach sorgfältiger interner Abwägung müssen wir dir leider mitteilen, dass wir den Film in diesem Jahr nicht in unser Programm aufnehmen. Diese Entscheidung stellt ausdrücklich keine Bewertung der künstlerischen Qualität oder Relevanz des Films dar», kam am 23. Januar 2026 vom Direktor des Filmfestivals die Absage. Diese Entscheidung stelle ausdrücklich keine Bewertung der künstlerischen Qualität oder Relevanz des Films dar.

Samir suchte den Dialog, bekam aber keine Antwort. Durch wiederholtes Nachfragen erhielt dann Stina Werenfels die Antwort des Festivaldirektors. Er zeige den Film nur, wenn Samir nicht dabei sei.

Filmemacher Samir, der in Bagdad geboren worden ist, engagiert sich unter anderem seit dem Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 immer wieder öffentlich für einen Diskurs. Bei dem Angriff der radikalislamischen Hamas wurden 1’182 jüdische Menschen ermordet und weitere als Geiseln in den Gaza verschleppt. Im Nahen Osten hatte ein neuer Krieg begonnen.

Die Vergeltungsschläge von Israel waren immens. Es kam zu Tausenden Toten im Gazastreifen. Samir und viele andere übten darauf heftig Kritik an den Militärschlägen Israels und beklagten einen Genozid in Gaza.

Der gegen Israel gerichtete Genozidvorwurf ist völkerrechtlich international umstritten. Die beidseitig völlig überdrehten und hasserfüllten Attacken gingen und gehen weiter.

Gemäss verschiedenen Schreiben wirft der Festivalleiter von «YESH - dem jüdischen Filmfestival in Zürich» dem Filmemacher Samir vor, an Verschwörungstheorien zu glauben. Er hasse Israel und gebe Holocaust-Leugnern eine Plattform.

Es mutet aber absurd an, wenn ein Film, der sich gerade mit der Ausgrenzung von Menschen beschäftigt, dessen Macher selber wieder ausgrenzt.