Google hat den Versandhandel entdeckt, in den USA einen neuen Weg eingeschlagen und von Mai bis Oktober den Dienst Google Products zu Google Shopping umgebaut. In der Schweiz will der IT-Riese die Transformation bis im Sommer 2013 abschliessen, in Angriff genommen wurde sie Anfang Februar 2013. Ziel ist es, den Dienst zu einem Geschäftsmodell umzugestalten, das ganz auf Anzeigen mit Produktinformationen beruht.
«Während der Übergangsphase bis zum Abschluss auf ein vollständig kommerzielles Modell werden sowohl kostenlose wie auch bezahlte Anzeigen im neuen Format erscheinen», sagte Google-Pressesprecher Samuel Leiser gegenüber dem Klein Report. «Aktuelle Produkteinträge erscheinen zwar noch einige Monate lang auf Google Shopping, aber seit Februar 2013 zählen auch Gebote zu den Faktoren, die das Ranking von Produkten auf Google Shopping beeinflussen.»
Unternehmen können neu bezahlen, damit das Ranking ihrer Produkte erhöht wird. Die bezahlten Anzeigen sollen deutlich ausgewiesen werden. «Die Anzeigen mit Produkterweiterung werden klar erkennbar als `Anzeigen` gekennzeichnet», so Leiser. Die Bezahlung ist laut Google aber nur einer von mehreren Faktoren, die beim Ranking der Ergebnisse berücksichtigt werden.
Die Händler haben nun einige Monate Zeit, um auf das neue Modell zu wechseln. Damit ein Produkt eines Händlers auf Google Shopping erscheint, müssen die Händler ihre Anzeigen mit Produktinformationen versehen und den Produkt-Feed im Google Merchant Center entsprechend anpassen. Die Anzeigen sind damit automatisch Teil von AdWords, über dessen Konto die Anzeigen verwaltet werden. «Sie werden auf Cost-per-Click-Basis nach derselben Logik wie AdWords abgerechnet», so Leiser. Das heisst, die Kunden bezahlen, wenn Klicks generiert werden.
Google will aber selbst weder einen Shop betreiben, über den die Kunden direkt einkaufen können, noch will das Unternehmen eigene Produkte über seinen Shop anbieten. «Wir verstehen uns als Anbieter technischer Plattformen, nicht als Retailer», zitierte Samuel Leiser den Sales Director Google Deutschland Alistair Bruce.
Neben dem Geldverdienen erhofft man sich bei Google eine weiteren Nutzen von der Umstellung. «Unserer Ansicht nach wird ein kommerzielles Modell dazu beitragen, dass Händler ihre Produktinformationen immer auf dem neuesten Stand halten», erklärte Leiser. «Präzisere Informationen, etwa genaue Preisangaben, die neuesten Angebote oder Angaben zur Verfügbarkeit von Produkten, gewährleisten bessere Shoppingergebnisse für unsere Nutzer und somit auch erfolgversprechendere Zugriffe für die Händler.»
Wie viele Unternehmen in der Schweiz bereits auf den Dienst zurückgreifen, wollte der Google-Sprecher nicht nennen. «Wir kommunizieren keine Zahlen für einzelne Märkte oder Segmente», sagte er. Weltweit seien aber mehr als eine Milliarde Produkte über einhunderttausend Händler verfügbar. Bereits umgestellt oder in der Umstellung begriffen sind die Dienste in Grossbritannien, Deutschland, Frankreich, Japan, Italien, Spanien, den Niederlanden, Brasilien und Australien.