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Mittwoch
02.04.2025

Marketing / PR

(K)eine schöne Aussicht: Team verliert nach 35 Jahren den lukrativsten Auftrag der Firmen-Geschichte... (Bild: © Team Marketing)

(K)eine schöne Aussicht: Team verliert nach 35 Jahren den lukrativsten Auftrag der Firmen-Geschichte... (Bild: © Team Marketing)

Jahrzehntelang stand die Luzerner Sportrechte-Agentur «Team» an der Quelle der Champions-League-Millionen. Damit ist bald Schluss. Die Uefa orientiert sich künftig am US-Markt.

In der Champions League rollt der Rubel. Und der Euro. Rund 4,5 Milliarden Euro hat der Fussballwettbewerb vergangenes Jahr durch den Verkauf der Fernsehrechte sowie durch Marketing und Sponsoring umgesetzt. 

Zuständig für dieses lukrative Geschäft ist seit 1992 eine Firma mit Sitz in Luzern, die Team Marketing AG mit dem früheren FC-Basel-Präsidenten Bernhard Burgener an der Spitze. In den 33 Jahren seiner «Regentschaft» wurden für den europäischen Klubfussball rund 50 Milliarden Franken generiert.

Jetzt aber hat das Schweizer Unternehmen den goldenen Vertrag verloren. Ab 2027 ist eine Konkurrentin aus den USA dafür verantwortlich, dass die Champions-League-Millionen fliessen: die «Relevent Sports».

Für Team ist dies ein herber Schlag. Die Firma mit 168 Mitarbeitenden hat sich vor allem über dieses Fussball-Engagement definiert. «Unsere Enttäuschung ist gross», schreibt Team in einer Mitteilung, die dem Klein Report vorliegt. 

Das Ende der Kooperation mit dem Schweizer Unternehmen spiegelt einen Trend im Weltfussball – in Richtung USA. Dort bereitet die Fifa derzeit die erste Super-WM (mit 48 Teams) vor, dorthin (nach Miami) hat der Weltverband seine Rechtsabteilung ausgelagert. Dorthin wird Fifa-Präsident Gianni Infantino eher früher als später seinen Wohnsitz verlegen.

In den USA sehen auch Uefa und die europäischen Grossklubs ihre neue Glückseligkeit. Mehrfach wurde schon darüber spekuliert, dass künftig einzelne Champions-League-Spiele oder das Finalspiel in den USA ausgetragen werden könnten. Dem Fussball-Romantiker dreht sich ob dieser Vorstellung fast der Magen. Aber vermutlich wird er sich daran gewöhnen müssen. Gespielt wird vor allem dort, wo am meisten Geld geboten wird – sonst würde die WM 2034 kaum in Saudi-Arabien stattfinden.