Der diesjährige deutsche Whistleblower-Preis geht an den ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden. Er erhielt den Preis, weil er als Insider die massenhafte und verdachtsunabhängige Ausforschung und Speicherung von Kommunikationsdaten durch westliche Geheimdienste öffentlich gemacht hatte.
Die Enthüllungen von Snowden haben es nach Ansicht der Jury «möglich und unausweichlich» gemacht, die Fakten- und Beweislage «intensiv zu klären und auf gesicherter Tatsachengrundlage dann zu prüfen, ob und in welcher Hinsicht das durch Snowden aufgedeckte Vorgehen in- und ausländischer geheimdienstlicher Stellen geltendes Recht verletzt hat».
Snowden habe mit der Weitergabe der Informationen trotz Kenntnis der aktuellen strafrechtlichen Verfolgung von Whistleblowern im Sicherheitsbereich schwerwiegende Nachteile für sich persönlich in Kauf genommen, heisst es. Das Preisgeld beträgt 3000 Euro.
Verliehen wird der Preis, der seit 1999 alle zwei Jahre vergeben wird, von der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW), der deutschen Sektion der International Association of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA) und der Ethikschutz-Inititative des International Network for Engineers and Scientists for Social Responsibility (INESPE).