Content:

Dienstag
22.04.2003

Das wichtigste Schweizer Dokumentarfilmfestival (28. April bis 4. Mai), das Festival «Visions du réel», zeigt 120 Filme aus 30 Ländern. Prominentestes Jurymitglied ist Ex-Bundesrätin Ruth Dreifuss. Mehrere Filme beschäftigen sich dieses Jahr aus aktuellem Anlass mit dem Krieg im Irak. Der Film «Die Verdammten und die Heiligen» des Holländers Jos de Putter, der den Tschetschenien-Krieg thematisiert, wird am Montagabend zur Eröffnung gezeigt. In «War and Peace» setzt sich der indische Regisseur Anand Patwardhan mit der Aufrüstung durch seine Regierung auseinander. «For my Children» von Michal Aviad aus Israel zeigt den Alltag im Nahen Osten zwischen Gewalt und Hoffnung. Und «M.I.A. - Missing in Action» des Deutschen Johann Feindt gibt Einblick in die Arbeit der Kriegsfotografen. Andere Arbeiten etwa aus Deutschland, Italien oder Algerien beschäftigen sich mit der täglichen Gewalt auf den Strassen oder zu Hause. Mehrere Filme kommen aus Argentinien, das gegenwärtig eine grosse wirtschaftliche und politische Krise zu bewältigen hat.

Gut vertreten ist auch dieses Jahr das Schweizer Dokumentarfilmschaffen. Im Wettbewerb wird mit «Il viaggio a Misterbianco» von Paolo Poloni, dem Reisetagebuch eines Italieners, der noch nie in Italien gelebt hat, nur ein Schweizer Film gezeigt. In anderen Festivalsektionen sind jedoch rund 20 weitere Schweizer Filme zu sehen, darunter fünf als Uraufführungen. In der Erstlingsarbeiten vorbehaltenen Sektion «Regards Neufs» ist die Schweiz mit dem 20-minütigen «Yo no tengo miedo de nada» von Patricia Stotz vertreten. Zudem sind die Koproduktionen «Not for Sale» von Yaël Bitton (USA/Schweiz) und «Tarifa Traffic» (Deutschland/Schweiz) von Joakim Demmer zu sehen. Mehr dazu unter: http://www.visionsdureel.ch