Vor dem Hintergrund des Fusionsstreits auf dem Berliner Zeitungsmarkt haben WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach und Verleger Stefan von Holtzbrinck die Abschaffung der Sonderkartellgesetze für die Presse gefordert. Die 24 Jahre alten Regelungen verhinderten ökonomisch wichtige Kooperationen zwischen Zeitungshäusern, sagte Hombach während eines Zeitungskongresses am Dienstag in Duisburg. Zu dem vom Kartellamt untersagten Kauf der «Berliner Zeitung» (Gruner + Jahr) durch den Holtzbrinck-Konzern sagte Hombach, dass Holtzbrinck mit seinem Berliner «Tagesspiegel» die notwendigen Synergien zur Rettung beider Zeitungen erbringen könne. «Um die publizistische Vielfalt zu erhalten, muss die Devise lauten: redaktionelle Unabhängigkeit garantieren, aber Synergien in allen anderen Bereichen suchen», so Hombach. Die Zusammenarbeit reiche von der Zeitungsverteilung und der Nutzung von Druckmaschinen bis hin zum Anzeigenmarkt. Der Leiter des Holtzbrinck-Konzerns, Stefan von Holtzbrinck, kritisierte das Verhalten der Kartellbehörden. Die Differenzierung des Berliner Zeitungsmarktes in Kauf- und Abonnement-Zeitungen sei grundlegend falsch. Es bestehe das Bedürfnis, das Kartellrecht zu ändern.
Dienstag
29.04.2003