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Freitag
10.04.2026

Medien / Publizistik

Seit 60 Jahren Stammgast auf den Medientribünen. Peter A. Frei an den Leichtathletik-Europameisterschaften 2018 in Berlin... (Bild zVg / PD AIPS)

Seit 60 Jahren Stammgast auf den Medientribünen. Peter A. Frei an den Leichtathletik-Europameisterschaften 2018 in Berlin... (Bild zVg / PD AIPS)

Peter A. Frei hat den Schweizer Sportjournalismus geprägt wie nur wenige andere. 

Nun wird der 81-jährige Zürcher am Freitag in Lausanne von der internationalen Sportjournalisten-Vereinigung AIPS für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Eine Ehrung für einen Chronisten, der die grossen Emotionen des Sports über Jahrzehnte begleitet – und mitgeprägt hat.

In der Branche ist er schlicht «PAF». Drei Buchstaben, die für journalistische Neugier, Hartnäckigkeit und ein feines Gespür für Menschen stehen. Peter A. Frei erlebte als Sportchef des «Blick» und als Chefredaktor der Fachzeitung «Sport» die goldenen Jahre des Printjournalismus – und gestaltete später als Direktor und Chefredaktor der Sportinformation den Übergang ins digitale Zeitalter mit.

Seine Karriere führte ihn an die grossen Schauplätze der Sportgeschichte. 1972 berichtete Frei in Sapporo erstmals von olympischen Winterspielen – und wurde wenige Monate später an Olympia in München Zeuge des Attentats auf die israelische Mannschaft. In der Nacht fuhr er zum Flugplatz Fürstenfeldbruck, wo der missglückte Befreiungsversuch stattfand. Stunden später schrieb er für eine Sonderausgabe des «Blick» über die tragischen Ereignisse. Verkauft wurde sie an den Bahnhöfen in Zürich und Bern – für 20 Rappen.

Es war Journalismus in einer anderen Zeit.

Frei erlebte später – neben vielen grandiosen Triumphen - auch die dunklen Seiten des Spitzensports. Etwa 1988 in Seoul, als der Kanadier Ben Johnson nach seinem Weltrekord über 100 Meter des Dopings überführt wurde. Ereignisse wie diese schärften seinen Blick für den kritischen Sportjournalismus.

Insgesamt berichtete Peter A. Frei von 25 Olympischen Spielen – Weltrekord für einen Printjournalisten. Seine liebsten Spiele waren Lillehammer 1994, die «schmuddeligsten» Turin 2006. Noch 2018 reiste er nach Pyeongchang – humpelnd mit schmerzenden Fuss, aber mit ungebrochener Leidenschaft.

Auch abseits der grossen Events prägte Frei den Schweizer Sportjournalismus nachhaltig. Während 20 Jahren führte er die Agentur «Sportinformation», später wurde er zu deren Ehrenpräsidenten ernannt. Viele Journalistinnen und Journalisten verdanken ihm Förderung, Orientierung und Inspiration.

Dass ihn die AIPS nun mit dem Lifetime Award ehrt, ist deshalb mehr als eine persönliche Auszeichnung. Es ist die Würdigung einer journalistischen Epoche – und eines Chronisten, der den Sport nie nur als Resultat, sondern immer als Geschichte von Menschen verstanden hat.