Nach heftigen Streitigkeiten über den Ablauf des Fernsehduells zwischen SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder und CSU-Herausforderer Edmund Stoiber auf dem Privatsender RTL haben beide Seiten am Donnerstagabend eine Einigung erzielt. Schröder werde am Sonntag die erste Frage gestellt bekommen, sagte RTL-Sprecher Matthias Bohlhöfer in Berlin. Stoiber habe damit das Schlusswort. Zuvor hatten sich Stoibers Wahlkampfberater Michael Spreng, Regierungssprecher Bela Anda und die Chefredakteure von RTL und SAT.1 zur gemeinsamen Begehung des Studios Adlershof getroffen. Ursprünglich war vereinbart worden, eine Ein-Euro-Münze zu werfen. Schröders Sprecher Uwe-Karsten Heye schlug daraufhin vor, Stoiber am Anfang den Vortritt zu überlassen - womit der Kanzler am Ende das letzte Wort bekommen hätte. Lange und zäh hatten die Berater von Kanzler und Kandidat um die eisernen Regeln für einen fairen Ablauf des TV-Duells gerungen; Redezeit und Reihenfolge sind streng festgelegt.
Mit Kanzler Schröder und Kandidat Stoiber treffen erstmals in Deutschland die Spitzenkandidaten für das höchste Regierungsamt in einer gemeinsamen Sendung der privaten Fernsehsender RTL und Sat.1 aufeinander. Die zweite Runde im September wird dann von beiden öffentlich-rechtlichen Programmen ARD und ZDF ausgestrahlt. Das TV-Duell dauert 75 Minuten. Für jedes Thema sind höchstens sieben Minuten vorgesehen. Schröder und Stoiber dürfen auf die Fragen der beiden Moderatoren jeweils 60 Sekunden antworten. Gegenseitig dürfen sie sich nicht befragen. Unterlagen dürfen sie nicht benutzen.
Freitag
23.08.2002