Der von der Berlusconi-Familie geführte Medienkonzern Media For Europe (MFE) steht kurz vor der Übernahme von ProSiebenSat.1.
Hintergrund ist der Verkauf des rund 15,7 Prozent umfassenden Aktienanteils der PPF-Gruppe an MFE. Die tschechischen Investoren hatten im Bieterkampf die letzte Woche mitgeboten, wie der Klein Report berichtete.
Damit könnte der italienische Konzern gemäss Medienberichten de facto die Kontrolle über den deutschen Senderverbund erlangen. Eine offizielle Stellungnahme des deutschen Privatsenders gab es bis Freitagmittag noch nicht.
Der Vorstand von ProSiebenSat.1 hat das Angebot des italienischen Medienkonzerns bereits unterstützt und den Aktionären die Annahme empfohlen.
Der ProSiebenSat.1-Betriebsrat warnte vor Stellenkürzungen infolge möglicher «Synergie-Effekte».
Der Deutsche Journalistenverband (DJV) forderte bereits letzte Woche die Investoren dazu auf, die Offerte aus Italien nicht anzunehmen.
Nun appellierte der Verband in einem Statement vom Donnerstag an die MFE-Unternehmensspitze, im Fall einer Übernahme die «journalistische Unabhängigkeit von ProSiebenSat.1 zu bewahren».